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Informationswissenschaft: Die Instrumente der Zukunft

2008 / 4
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2008 / 4 Inhaltsverzeichnis

Die Werkzeuge der Zukunft im Dokumentationswesen auf 50 Seiten abhandeln zu wollen, mag anmassend erscheinen. Das Feld ist weit, vielgestaltig, ständig in Bewegung. Die vorliegende Ausgabe von arbido erhebt denn auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ging uns darum, Tendenzen aufzuspüren und ein paar vielversprechende Techniken und Projekte vorzustellen – aber auch darum, die Herausforderungen herauszuarbeiten, mit denen die Profis aus dem Dokumentationswesen in naher Zukunft konfrontiert sein werden.

Es ist nicht mehr nötig, den Finger auf die Informationsgesellschaft und auf den Paradigmenwechsel zu legen, den die Digitalisierung der Welt ausgelöst hat. Die Fakten liegen auf dem Tisch, sind erkannt und integriert. So könnte man wenigstens meinen. Die Artikel, die Sie auf den folgenden Seiten vorfinden werden, lassen allerdings vermuten, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen und dass wir unsere liebgewonnenen Überzeugungen schon bald – oder besser umgehend? – einer Revision unterziehen müssen.

Werfen wir z.B. einen Blick auf die Ausführungen von Pierre Vandergheynst: Die digitale Datenmenge, die allein im Jahr 2006 produziert wurde, ist drei Millionen mal grösser als das Volumen sämtlicher Bücher, die je geschrieben worden sind – und diese Menge wird bis zum Jahr 2010 noch um das Sechsfache anwachsen. Wie soll man diese digitalen Daten vernünftig ordnen, indexieren und archivieren?

Das ist aber noch nicht alles. Der digitale Paradigmenwechsel schreitet voran und faltet sich weiter auf, indem er nicht klar fassbare, schnell wachsende virtuelle Communities hervorbringt. Sog. Aggregatoren und Austauschplattformen haben eine neue digitale Gesellschaft hervorgebracht, die sich unter dem Oberbegriff Web 2.0 sammelt und gleichzeitig verästelt. Es gibt Kritiker, die das Web 2.0 für eine vorübergehende Modeerscheinung halten. Diese Kritiker übersehen aber geflissentlich die grosse und wachsende Anzahl von «digitalen Nativen» (das sind jene, die mit digitalen Daten aufgewachsen sind und «das Digitale» in ihren Alltag integriert haben). Diese sind alles andere als ein fremdartiges Völkchen mit seltsamen Sitten und Gebräuchen: Sie bilden die grosse Mehrheit der künftigen Kundschaft des Dokumentations- und Informationswesens.

Das Ausmass der Veränderungen ist nicht nur im Web abzulesen, es sind sämtliche Formen des Dokumentationswesens und der Information betroffen.

Die Werkzeuge der Zukunft existieren bereits, wenigstens in Ansätzen. Man muss nun den ihnen gebührenden Platz finden. Wir hoffen, die vorliegende Nummer von arbido leiste hierzu einen bescheidenen Beitrag.