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2007/1 I+D-Fachleute – kompetent in der Gegenwart, unverzichtbar in der Zukunft

Checkliste für Archivpraktika von I+D-Lernenden: «Musterpraktikumsplan» als Arbeitsinstrument

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Viele Archivarinnen und Archivare standen schon einmal vor der Frage: Wie baue ich ein Archivpraktikum für I+D-Lernende auf, die aus ihrem Lehrbetrieb kommen und sich in relativ kurzer Zeit in die Eigenheiten eines Archivs einarbeiten sollten? Über welche archivischen Fragen sollte ein künftiger I+D-Assistent schon einmal etwas gehört haben? Welche Arbeiten kann eine Lernende während ihres Praktikums konkret in einem Archiv erledigen?

Mit solchen Fragen Konfrontierte erkundigten sich mehrmals auch beim VSA (Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare), ob es hierzu keine Tipps oder Merkblätter gebe. Nun hat sich eine Arbeitsgruppe (Barbara Studer, Paul Vogt und Thomas Neukom) aus dem Bildungsausschuss des VSA dieser Aufgabe angenommen, mit dem Ziel, eine Checkliste für einen Praktikumsplan zu erstellen.

Grundlage bildeten bei verschiedenen Archiven bereits vorhandene Konzepte und Erfahrungsberichte.

Der nachfolgend präsentierte «Musterpraktikumsplan» ist als Arbeitsinstrument zu verstehen, aus dem die jeweiligen Verantwortlichen einzelne Bausteine herausnehmen und zu einem auf ihr Archiv angepassten Praktikum zusammenstellen können. Hierbei ist klar, dass einzelne Betriebe nicht das ganze Spektrum an archivischen Themen abdecken können. Ebenso wird es andere Archive geben, die über den vorliegenden Plan hinausgehende Angebote machen können.

Der vorgeschlagene Plan soll den Archiven helfen, ihren Ausbildungsauftrag wahrzunehmen – auch wenn die personellen Ressourcen nicht gross sind – und den Auszubildenden einen breiten praktischen Einblick in die Archivlandschaft zu ermöglichen. Er ist primär auf I+D-Lernende ausgerichtet, die ihre Lehre in einer Bibliothek oder Dokumentationsstelle absolvieren und im Archiv ein Praktikum machen müssen, er kann aber auch für andere Archivpraktika verwendet werden oder als Checkliste für die Vorstellung des archivischen Lifecycles dienen.

Aufgrund der Erfahrungen in verschiedenen Archiven soll noch folgende Empfehlung gegeben werden: Das Archivpraktikum von I+D-Lernenden sollte erst im zweiten Lehrjahr stattfinden und im Minimum 6–8 Wochen dauern!

Praktikumsplan

Die nachfolgende Tabelle stellt in sechs Blöcken, die sich am archivischen Life-cycle orientieren, jeweils in der ersten Spalte die Ausbildungsthemen dar, listet dazu in der zweiten Spalte mögliche praktische Tätigkeiten für I+D-Lernende auf und priorisiert die einzelnen Punkte in der dritten Spalte (1 = sollte in jedem Praktikum angeboten werden, Basiswissen; 2 = Erweiterung).

Anregungen, Ergänzungen und Kritik von Kolleginnen und Kollegen zu die- ser ersten Fassung werden gerne entge- gengenommen.

In einigen Wochen soll dieser Praktikumsplan dann in einer allenfalls revidierten Fassung auf der Website des VSA http://www.vsa-aas.org zur Verfügung gestellt werden.

Version française:

Dans quelques semaines ce plan sera publié en langue française sur le site du AAS http://www.vsa-aas.org

Berufsbegleitende Weiterbildung Information und Dokumentation

Der Nachdiplomkurs Information und Dokumentation an der Hochschule für Wirtschaft HSW in Luzern hat es geschafft: Er ist bolognatauglich geworden und heisst neu CAS Certificate of Advanced Studies Information and Documentation, kurz CAS I+D.

Die HSW Luzern ist nicht nur der grösste Anbieter für Nachdiplomausbildungen in der Schweiz, sondern auch ein Teil der Fachhochschule Zentralschweiz FHZ, die als einzige in der Schweiz das euro- päische Qualitätslabel «Committed to excellence» der EFQM trägt.

Das CAS I+D ist in drei Bereiche eingeteilt und auf neun Module aufgebaut:

1. Informationsmanagement – professionelle Techniken mit den vier Modulen Bestand, Recherche und Informationsvermittlung, Informatik und Informationsverwaltung und Archivistik.

2. Organisation, Verwaltung von Ressourcen mit den drei Modulen Human Resource Management, Administration und rechtliche Aspekte und Projektmanagement.

3. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit mit den zwei Modulen Dienstleistungsmarketing und Orientierung und Benutzerschulung.

Das Studium ist berufsbegleitend und setzt sich zusammen aus Vorlesungen und Seminaren mit praktischen Übungen, aus Erfolgskontrollen und der Praxisarbeit. Die Gesamtdauer der Ausbildung umfasst 200 Lektionen Unterricht (jeweils donnerstags) und Seminare und rund 100 Stunden Prüfungen und Praxisarbeit. Die Praxisarbeiten werden als Gruppenarbeiten eingereicht. Für die zweisemestrige Ausbildung werden 15 ECTS-Punkte vergeben.

Das nächste und vermutlich letzte CAS I+D wird in der fünften Auflage im Oktober 2007 durchgeführt (siehe Inserat in dieser Ausgabe). Auf den Herbst 2008 wird die Ausschreibung eines neuen Weiterbildungsangebotes in Zusammenarbeit mit dem BBS (Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz) geprüft.

Peter Gyr, Kursleiter

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