Museumsquartier Bern – ein Kulturcluster als Dritter Ort
Das Museumsquartier Bern vereint elf Kultur- und Bildungsinstitutionen und ist mit über 520'000 Eintritten pro Jahr das grösste Kulturareal der Schweiz. Besucher:innen erwartet vor Ort ein breit gefächertes Angebot mit Ausstellungen, Konzerten, Archiv- und Bibliotheksdienstleistungen, Events und Gastronomie.
Zu entdecken gibt es im Museumsquartier Bern viel. Mehrere Häuser spannen in Projekten und Vermittlungsformaten zusammen. So bieten Führungen Einblick aus zwei Institutionen auf ein gemeinsames Thema. Museen kooperieren für Ausstellungen und Rahmenveranstaltungen. Sammlungen und Archive erörtern in gemeinsamen Blogbeiträgen inhaltliche Verbindungen.
Der neu eingeführte Museumsquartier-Pass lädt ein, diese kulturelle Vielfalt des Quartiers zu entdecken. Das gemeinsame Ticket für 30 Franken ermöglicht während fünf Monaten je einen Eintritt in die Ausstellungen der beteiligten Institutionen. Einen umfassenden Veranstaltungskalender und Informationen zum Museumsgarten, Gastronomieangeboten oder Öffnungszeiten finden die Besucher:innen gesammelt auf der Website des Museumsquartiers Bern. Die im Februar 2025 lancierte Dachmarke sorgt für ein zeitgemässes und professionelles Erscheinungsbild. Sie prägt nicht nur die Kommunikation des Museumsquartiers, sondern ermöglicht den elf Institutionen, auf ihren Kanälen und Printprodukten zu zeigen, dass sie zu diesem Netzwerk gehören.
In der Mitte des Areals liegt der Museumsgarten, ein lebendiger Begegnungs- und Aufenthaltsort. Gartenmobiliar, Spielmöglichkeiten und ein Bücherschrank laden zum Picknick unter den Bäumen oder zum Austoben nach einem Museumsbesuch ein. Das Sommerprogramm wird neben eigenen Angeboten mit Veranstaltungen externer Kulturpartner:innen ergänzt und reicht von Tanzevents über Integrationsangeboten bis hin zum Openair-Theater.
Das Museumsquartier entsteht
Ab dem Projektstart 2021 wurde in einer vierjährigen Aufbauphase die institutionenübergreifende Zusammenarbeit intensiv entwickelt und gefördert. Denn Kooperation bedingt nicht nur räumliche Nähe, sondern Struktur, Vertrauen und inhaltliche Vernetzung. Das Museumsquartier Bern entwickelt sich partizipativ und organisch aus dem Engagement der elf involvierten Institutionen und ihren Mitarbeitenden. Nebst der Etablierung einer Organisationsstruktur waren deshalb während der Aufbauphase insbesondere niederschwellige Kennenlern-Formate und die Umsetzung gemeinsamer Projekte zentral, um ein Netzwerk zwischen Institutionen, Bereichen und Hierarchiestufen zu schaffen. Diese persönlichen Kontakte über Institutionsgrenzen hinweg sind ein wichtiger Grundstein für einen lebendigen, kooperativen Kulturcluster.
Seit dem Abschluss der Aufbauphase Ende 2024 verschiebt sich der Fokus im Programmbereich auf die sinnvolle Verknüpfung der Institutionsangebote, um so spannende kooperative Formate zu schaffen, die für das Publikum wie auch für die involvierten Häuser einen Mehrwert bringen. In der grossen Vielfalt an Institutionen muss den Unterschieden Rechnung getragen werden. Nicht alle Aktivitäten sind für alle Häuser sinnvoll, da Ressourcen, Ausrichtung und Trägerschaften differieren. In der Praxis hat sich gezeigt, dass punktuell eine Veranstaltung mit allen elf Institutionen möglich ist, so bspw. bei der Durchführung des gemeinsamen jährlichen Sommerfests. Oft ist jedoch eine Zusammenarbeit zwischen zwei oder drei Häuser mit einer Anknüpfung an bestehendes Programm zielführender und langfristig tragbar.
Die räumliche Weiterentwicklung
In den vergangenen vier Jahren wurden nebst programmlichen Kooperationen die Grundlagen für eine gemeinsame langfristige Bauentwicklung des Areals gelegt. Ende 2025 erfolgt nun die Lancierung einer städtebaulichen Studie, welche in einem Masterplan mündet und die Baubedürfnisse insbesondere der am Museumsgarten liegenden Institutionen erfasst: einen Neubau für das ALPS Alpines Museum der Schweiz, Erweiterungsbauten für das Naturhistorische Museum Bern und das Museum für Kommunikation sowie eine sanfte Gestaltung des gemeinsamen Museumsgartens. Bereits in Planung sind die bevorstehenden Sanierungen des Bernischen Historischen Museums und der Schweizerischen Nationalbibliothek, welche die Gesamtsicht Museumsquartier ebenfalls berücksichtigen. Zugleich werden Synergien bspw. in einer gemeinsamen Gastronomieführung ausgelotet.
Learnings aus 5 Jahren Museumsquartier
Aus den ersten Jahren des Museumsquartiers Bern können Learnings für Kooperationen mehrerer GLAM-Institutionen gewonnen werden:
- Die Etablierung einer Zusammenarbeit benötigt Zeit und ein schrittweises Vorgehen. Oft kann mit ersten kleinen Vorhaben eine Kooperation ausprobiert und anschliessend darauf aufgebaut werden.
- Kooperationen benötigen Ressourcen. Wenn dort zusammengearbeitet werden kann, wo es für die Beteiligten sinnvoll ist und wo an bestehendes Programm angeknüpft werden kann, sind gemeinsame Aktivitäten langfristig tragbar.
- Solidarität und der Wille zu einem gemeinsamen Engagement sind zentral, wenn sich in der Praxis die unterschiedlichen Möglichkeiten, Strukturen und Ausrichtungen der Kooperationspartner:innen zeigen.
- Für längerfristige Kooperationen ist eine zentrale Geschäftsstelle wichtig, um die Koordination und den Projektfortschritt sicherzustellen.
- Vernetzung ist in jedem Fall wertvoll. Wenn Wissen verknüpft wird, dient dies allen Beteiligten.
Einen Überblick über das aktuelle Programm und Informationen zum Museumsquartier Bern finden Sie auf www.mqb.ch.
Résumé
- Deutsch
- Français
Das Museumsquartier Bern vereint elf Kultur- und Bildungsinstitutionen und ist mit über 520'000 Eintritten pro Jahr das grösste Kulturareal der Schweiz. Besucher:innen erwartet vor Ort ein breit gefächertes Angebot mit Ausstellungen, Konzerten, Archiv- und Bibliotheksdienstleistungen, Events und Gastronomie. In einer vierjährigen Aufbauphase wurden ein Netzwerk zwischen den Institutionen gebildet und Programmkooperationen entwickelt. Aus diesem Prozess lassen sich Learnings für Kooperationen mehrerer GLAM-Institutionen ableiten.
Le Quartier des musées de Berne regroupe onze institutions culturelles et éducatives et, avec plus de 520'000 entrées par an, constitue le plus grand espace culturel de Suisse. Les visiteurs y trouvent une offre très variée comprenant des expositions, des concerts, des services d'archives et de bibliothèque, des événements et des restaurants. Au cours d'une phase de mise en place de quatre ans, un réseau entre les institutions a été créé et des coopérations en matière de programmation ont été développées. Ce processus a permis de tirer des enseignements pour la coopération entre plusieurs institutions GLAM.