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2020/ Dématerialisation

Eine moderne Supermacht: offene Daten

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Wollen Sie die Verbreitung der Pandemie besser verstehen? Den Klimawandel analysieren? Die Glaubwürdigkeit von Politiker*innen prüfen? Dafür und noch viel mehr sind offene Daten da! Wenn Daten einer engagierten Bevölkerung zugänglich gemacht werden, wird ein enormes gesellschaftliches Potenzial offen gelegt.

Eine unerschöpfliche Ressource, die durch das Teilen an Wert gewinnt

Obwohl offene Daten unser tägliches Leben prägen und ein enormes Potenzial für die heutige digitale Wissensgesellschaft bergen, können viele noch nichts mit dem Begriff anfangen. Offene Daten – oder Englisch Open Data – sind dadurch gekennzeichnet, dass sie von allen gleichermassen frei genutzt, kombiniert und weiterverbreitet werden können. Ausgeschlossen sind Daten, welche dem Persönlichkeitsschutz unterstehen oder die nationale Sicherheit gefährden. Diese müssen zwingend geschützt werden.

Im Gegensatz zu Gold, womit Daten häufig verglichen werden, sind Daten nicht erschöpfbar oder schliessen andere von der gleichzeitigen Nutzung aus. Im Gegenteil, je mehr sie genutzt werden, umso wertvoller und wirkungsvoller werden sie.

Wir alle können offene Daten publizieren

Offene Daten sind nicht so selbstverständlich, wie man sich dies angesichts des enormen Potenzials erhoffen würde. Viele für die Öffentlichkeit relevante Datensätze werden nicht aktuell, kostenlos und in einfach zugänglichen Formaten zur Verfügung gestellt.

Der grösste Anbieter und Verwalter von offenen Daten in der Schweiz ist der Staat: Unter opendata.swiss kann man über 7’000 offene Datensätze entdecken, die mehrheitlich von staatlichen Behörden gesammelt und aufbereitet werden. Von der Verbreitung von Alpensteinböcken über Luftbilder und Antennenstandorte oder die beliebtesten Vornamen hin zur monatlich gemessenen Luftqualität und den Ausgaben des Bundes für die Milchwirtschaft: Die veröffentlichten Daten sind vielfältig.

Neben Datenbeständen staatlicher Stellen können offene Daten auch aus der Privatwirtschaft, von Hochschulen, Non-Profit-Organisationen oder Individuen stammen. Besonders lobenswert sind meiner Meinung nach Initiativen von Einzelpersonen oder Organisationen, welche Datenlücken eigenständig aufarbeiten. Ein Beispiel hierfür ist foodrepo.ch, eine Lebensmitteldatenbank, welche von Studierenden der EPFL initiiert worden ist, indem sie im Migros Produkte händisch fotografierten und digitalisierten. Dank dieser kann man nun beispielweise nachschauen, welche Nährwerte spezifische Lebensmittel haben und basierend darauf neue Applikationen entwickeln.

Offene Daten ermöglichen Transparenz, Mitwirkung und Innovation

Nicht nur beim Offenlegen von Daten können alle Arten von Akteuren beitragen, auch bei der Nutzung offener Daten ist das der Fall. Auf Basis frei verfügbarer Daten können Analysen, Visualisierungen oder Applikationen entwickelt werden. Hier drei wertvolle Beispiele:

  • Offene Daten schaffen Transparenz über politische Entscheidungen und stärken dadurch die Kontrollfunktion der Zivilgesellschaft. Ein Beispiel hierfür ist das Ecorating, welches dank offenen Abstimmungsdaten über umweltbewusste Entscheidungen aus dem eidgenössischen Parlament informiert.
  • Offene Daten schaffen die Grundlagen, um die Mitwirkung aller Engagierten bei der Gestaltung der Digitalisierung und Zukunft zu ermöglichen. Mit der Community-basierten Plattform OpenStreetMap kann man beispielsweise Landkarten inklusive Wege, Gebäude und allerlei Weiteres entdecken und erfassen.
  • Offene Daten sind die Grundlage für Innovation und Optimierung. Beispielhaft hierfür ist der beliebte Touch-Fahrplan der SBB App, welche an einem kollaborativen Anlass mit Freiwilligen entstand. Die notwendigen Daten waren zu dem Zeitpunkt noch nicht verfügbar, weshalb sich die Programmierer*innen selbst mittels einem Hack Zugang gegeben haben.

Um das Potenzial von offenen Daten auszuschöpfen, brauchen wir nicht nur Zugang, sondern Zugänglichkeit der Daten. Daten müssen verständlich, sinnvoll und nützlich aufbereitet werden, damit sie wirklich genutzt werden können. Dafür braucht es eine sorgfältige und nutzerorientierte Bereitstellung.

Opendata.ch engagiert sich in allen Phasen der digitalen Beteiligung

Nebst gut aufbereiteten Daten braucht es für eine gemeinschaftliche Digitalisierung auch engagierte und befähigte Menschen, welche einen Wert aus den offenen Daten schaffen wollen und können. Deswegen fördert Opendata.ch nicht nur die Veröffentlichung von Daten, sondern stärkt auch die Datenkompetenz und bringt motivierte Menschen zusammen, um basierend auf offenen Daten neue Projektideen zu lancieren. Beispielhafte Projekte von Opendata.ch sind:

  • Um das Interesse für das Thema Daten in der breiten Bevölkerung anzuregen, haben wir die Sensibilisierungskampagne “Data Café lanciert, mit welcher wir durch die Schweiz reisen und Kaffee zum Preis von persönlichen Daten anbieten. Mit dieser Aktion wollen wir den Diskurs rund um den Wert und die Rolle von Daten in unserer Gesellschaft anregen. Mehr Informationen und Tipps, um Daten zu verstehen, schützen und nutzen, findet man unter www.datacafe.ch. Diese Kampagne wird von der Stiftung Mercator Schweiz ermöglicht.
  • Zu unserer Projektpalette gehören auch regelmässige Hackdays: ein zweitägiges Eventformat an welchem in interdisziplinären Teams neue Projekte auf Basis von offenen Daten und offenem Quellcode (Open Source) entwickeln. Mit diesen Anlässen fördern wir zum einen die Publikation von offenen Daten, da verschiedenste Organisationen (staatliche wie auch private) spezifisch für die Hackdays Daten freigeben. Zum anderen steigern wir das Engagement der Bevölkerung für die Mitgestaltung unserer Digitalisierung, indem wir Personen mit verschiedenen Hintergründen, Expertisen und Kompetenzen anziehen, motivieren und vernetzen. Informationen über die nächsten Anlässe findet man unter https://opendata.ch/events/.
  • Mit dem Förderprogramm Prototype Fund” ermöglichen wir interdisziplinären Teams gemeinwohlorientierte digitale Lösungen um die demokratische Partizipation in der Schweiz zu stärken. Der Programmcode muss Open-Source sein, damit kritische Köpfe beispielsweise Sicherheitsfragen nachprüfen können und andere Engagierte auf den bestehenden Grundlagen aufbauen können. Der Prototype Fund ist eine gemeinsame Initiative von Opendata.ch und der Stiftung Mercator Schweiz.

Lasst uns gemeinsam die Macht von offenen Daten nutzen, um unsere Zukunft informiert und aktiv mitzugestalten. Nur so können wir garantieren, dass die digitale Entwicklung unseren Bedürfnissen und Werten entspricht.

Boehler Nikki 2020

Nikki Böhler

Nikki Böhler ist Geschäftsleiterin von Opendata.ch.

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Résumé

Wofür sind offene Daten da? Im Artikel wird aufgezeigt, welcher Nutzen von offenen Daten ausgeht. Wenn Daten einer engagierten Bevölkerung zugänglich gemacht werden, wird ein enormes gesellschaftliches Potenzial offen gelegt.

À quoi servent les données ouvertes? L'article montre les avantages des données ouvertes. Lorsque les données sont mises à la disposition d'une population engagée, un énorme potentiel sociétal est révélé.