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2015/3 GLAM et Wikimedia

Die Gugelmann-Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek auf Wikimedia Commons

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Die Schweizerische Nationalbibliothek arbeitet seit 2013 mit Wikimedia CH zusammen. Ein erstes, wichtiges Resultat war der Upload der Gugelmann-Sammlung auf Wikimedia Commons: über 2300 Bilder von Schweizer Kleinmeistern, bereit zur freien Weiterverwendung.

2013 haben Wikimedia Schweiz und die Nationalbibliothek (NB) mit ihrer Zusammenarbeit begonnen. Als erste Massnahme wurden während eines halben Jahres zwei Wikipedians in Residence beherbergt. Sie hatten die Aufgabe, der NB bei ihren ersten Schritten in der Wikipedia-Welt beratend zur Seite zu stehen.1 An dieser Stelle sollen die Hintergründe und Erfahrungen skizziert werden, die im Zusammenhang mit dem Upload von Digitalisaten der Schweizer Kleinmeister (Gugelmann-Sammlung2) stehen. Diese stellt das wertvollste Geschenk dar, das die NB je erhalten hat. Sie gibt reichhaltigen Einblick in Landschaft und Kultur der Schweiz im 18. und 19. Jahrhundert.

Die NB will, dass ihre Inhalte einfach zu finden und leicht zu benutzen sind und stellt ihre Digitalisate vermehrt auf populäre Plattformen. «Quellen aus der Schweiz für die Welt» heisst der Slogan, und er bedeutet, dass an der Schweiz interessierte Personen in aller Welt am digitalisierten Kulturerbe der NB teilhaben können. So verstandene Vermittlung bringt die Inhalte zu den Benutzenden, d.h. in die virtuellen Umgebungen, in denen sich diese täglich bewegen.3 In der Diskussion mit «unseren» Wikipedianern zeigte sich, dass Wikimedia Commons für Fotografien und Bilder die richtige Plattform ist.

Im Februar 2015 wurden über 2300 Bilder der Gugelmann-Sammlung hochgeladen4. Die Bilder in hoher Auflösung sind gemeinfrei, d.h., sie dürfen grundsätzlich für jede Nutzung verwendet werden. Für den automatisierten Upload kam das GLAM Wiki Toolset5 zum Einsatz. Die Bildbeschreibung weist die NB als besitzende Institution aus, ein Link führt zu ihrer Archivdatenbank, und es wird empfohlen, beides als Quelle anzugeben. Bereits Ende März hatten Mitglieder der Wikipedia-Community alle Bilder kategorisiert und uns auf fehlende oder falsche Metadaten aufmerksam gemacht.6

Am ersten Schweizer Kultur-Hackathon7 wurde deutlich, wie viel Kreativität und Innovation freigesetzt werden, wenn Gedächtnisinstitutionen attraktive Inhalte freigeben. Das Projekt Schweizer Kleinmeister: An unexpected journey8 ist ein schönes Beispiel dafür. Diese interaktive 3-D-Visualisierung stellt die Bilder, die nach verschiedenen Dimensionen gruppiert werden können, in Form einer Wolke im virtuellen Raum dar. Dies erlaubt einen intuitiven und raschen Zugang zu einer umfangreichen Sammlung.

Die Zwischenbilanz der Zusammenarbeit ist positiv: Ende Mai waren insgesamt über 3500 Digitalisate der NB auf Wikimedia Commons9; mehr als 160 davon wurden in der Wikipedia zur Illustration von Artikeln verwendet. Wikipedia-Seiten, auf denen sich Bilder der NB befinden, wurden bisher über eine Million Mal aufgerufen10. Das Medieninteresse an allen Aktivitäten im Zusammenhang mit dieser Kooperation war erfreulich gross. Die Sichtbarkeit der NB und ihrer Sammlung wurde dadurch erhöht, was wiederum zu ihrer Wahrnehmung als gesellschaftlich relevante Institution beiträgt. Die aktuelle Herausforderung besteht nun darin, die Zusammenarbeit mit Wikimedia Schweiz nachhaltig in den Prozessen zu verankern.

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Matthias Nepfer


Matthias Nepfer (*1965) hat Geschichte, Soziologieund Politologie studiert. Er ist heute Geschäftsleitungsmitglied der Schweizerischen Nationalbibliothek und leitet den Dienst Innovation und Informationsmanagement.

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La Bibliothèque nationale a travaillé en partenariat avec Wikimedia CH, en particulier pour l’import de la collection Gugelmann dans Wikimédia Commons: plus de 2300 images des petits maîtres suisses sont à disposition librement. Le bilan intermédiaire de cette collaboration est complétement positif.