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2008/3 Informationseinrichtungen und Sport

Die Bibliothek des Zentrums für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien

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Die Bibliothek des Zentrums für Sport­wissenschaft und Universitätssport der Universität Wien ist die grösste sport­wissenschaftliche Bibliothek Österreichs und eine der grössten im deutschen Sprachraum. Ihre Hauptfunktion liegt in der Unterstützung von Lehre und For­schung am Zentrum für Sportwissen­schaft.

Die systematische Sammlung und Bereitstellung sportwissenschaftlicher Fachinformation ist in Österreich an den Universitäten angesiedelt und hängt eng mit der Entwicklung des Faches Sportwissenschaft zusammenMüllner, Rudolf: Ich unterscheide demnach zwischen Wissen an dem man wächst, und Wissen an dem man verkümmert. Vom Seminarbücherwart zum OPAC. In: Institut für Sportwissenschaften der Universität Wien (Hg.): IfS­Report, 6 (1996) 1, S. 21–24.. Die Ursprünge des Faches Sportwissenschaft beziehungsweise Leibeserziehung und damit auch der dazugehörigen wissenschaftlichen Bibliotheken liegen in Österreich im Revolutionsjahr 1848. Eine systematische universitäre Anerkennung und Professionalisierung der «Turnlehrerausbildung» setzt ab 1926/1927 ein. Ab den 1970er-Jahren etabliert sich zusehends der Begriff Sportwissenschaft. Dies geht mit einer bis heute anhaltenden rasanten Diversifizierung und einer quantitativen sowie qualitativen Aufwertung der jungen Wissenschaftsdisziplin einherMüllner, Rudolf: Geschichte, Organisation und Bedeutung sportwissenschaftlicher Fach­ information in Österreich: in: Sport Zeiten 1, 2007, S. 43–63. Müllner, Rudolf: Aspects of Sport, Sport Science and Scientific Education in Austria (Vienna). Historic Development and Present Situation, in: Acta Universitatis Caroline Kinanthropologica, Praha 2008.. All das dokumentiert sich auch in den Aufgaben und im Bestand der sportwissenschaftlichen Fachbibliotheken. Aktuell finden sich sportwissenschaftliche Bibliothekseinrichtungen an den jeweiligen sportwissenschaftlichen Instituten in Graz, Innsbruck, Salzburg und in Wien. Die Bibliothek des Zentrums für Sportwissenschaft und Universitätssport liegt im 15. Wiener Gemeindebezirk – Auf der Schmelz 6a. Sie ist die grösste sportwissenschaftliche Fachinformationseinrichtung in Österreich.

Allgemein dienen die wissenschaftlichen Bibliotheken an den österreichischen Universitäten der Weiterentwicklung und Realisierung einer Wissensgesellschaft (Universitätsgesetz 2002). Daraus resultieren folgende konkrete Aufgaben. «Die Aufgaben der Universitätsbibliothek umfassen:

– Die Beschaffung, Erschliessung und Bereitstellung aller zur Erfüllung der Lehr- und Forschungsaufgaben erforderlichen Informationsträger unter Beachtung der weitgehenden Kontinuität und Vollständigkeit

– Die Bereitstellung der Bestände für die Universitätsangehörigen und für die wissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit

– Die Vermittlung von Information unter Nutzung weltweiter Datennetze (z.B. Internet) und Datenbanken einschliesslich der Dokumentenlieferung

– Die Pflege und Erschliessung des wertvollen historischen Buchgutes

– Die Mitarbeit an Gemeinschaftsunternehmen des österreichischen und internationalen wissenschaftlichen Informationswesens

– Die Kooperation und Koordination mit den anderen wissenschaftlichen Bibliotheken Österreichs und des übrigen Europas.» (http://www.ub.univie.ac.at/auf...; Zugriff am 12.7.2008)

An der Universität verankert

Das «Zentrum für Sportwissenschaften und Universitätssport der Universität Wien» ist seit 2002 als eigenes Zentrum – mit fakultätsähnlichem Status – an der Universität verankert. Die HauptbenutzerInnengruppe entstammt dabei aus dem am Zentrum situierten Institut für Sportwissenschaft. Dieses verfügt über vier Professuren aus den Bereichen Sportmedizin, Sportsoziologie und Sportpädagogik sowie einem zurzeit noch vakanten Lehrstuhl für Biomechanik/Sportinformatik. Im wissenschaftlichen Dienst sind 21 Personen angestellt.

An Studiengängen bietet das Zentrum einen Bakkalaureats- und darauf aufbauend Masterstudiengang Sportwissenschaft an. Dazu kommt ein Studiengang «Bewegung und Sport» für das Lehramt an höheren Schulen. Zusätzlich sind am Standort die Hoch- schullehrgänge «Master of Public Health: Prävention und Gesundheits- förderung», «Training und Beratung nach dem handlungsorientierten Ansatz Integrative Outdoor-Aktivitäten» und der Lehrgang Motopädagogik eingerichtet. Die Anzahl der Studierenden beträgt insgesamt ca. 1400. Neben dem eigentlichen Institut für Sportwissenschaft müssen noch weitere am Zentrum ansässige Institutionen und deren Angehörige mit relevanter Information versorgt werden. Es sind dies die Bundessportakademie, das Universitätssportinstitut und das Österreichische Institut für Sportmedizin (ÖISM). Die Bundesportakademie bildet staatlich geprüfte Trainer und Lehrwarte aus. Der Literaturbedarf der Bundesportakademie liegt neben den klassischen sportwissenschaftlichen Theoriefächern vor allem im Bereich der Sportpraxisliteratur. Das Österreichische Institut für Sportmedizin bedarf vor allem aktuellster Publikationen (Aufsätze) aus dem weiten Bereich der Sportmedizin und der angrenzenden Fächer wie etwa Leistungsphysiologie aber auch Genetik oder Molekularbiologie. Mit dem Universitätssportinstitut (USI) wird eine Einrichtung für den freiwilligen Studierendensport versorgt. Das Hauptklientel in diesem Bereich sind die mehr als hundert PraxislehrerInnen, die am USI die gesamte Palette des Freizeitsports von Yoga, Skilauf, Gymnastik bis Eiswasserfallklettern unterrichten.

Allgemein zugänglich

Die Bibliothek darf nicht nur von Studierenden oder Lehrpersonen benutzt werden, sondern ist allgemein zugänglich. Pro Jahr nutzen an die 30 000 Sport- und sportwissenschaftlich Interessierte aus Wien und der Region Ostösterreichs die Bibliothek als Anlaufstelle. Konkret sind das EinzelforscherInnen von angrenzenden Forschungseinrichtungen der Universität Wien, JournalistInnen, interessierte Privatpersonen, LehrerInnen und SchülerInnen, die sich im Fach Sportkunde mit Fachbereichsarbeiten beschäftigen oder sich auf die Matura vorbereiten.

Aktuell stehen ca. 80 000 Druckschriftenbände sowie beinahe 1000 Periodika davon 300 laufende zur Verfügung. Die Bücher können online über den OPAC bestellt werden und können für einen Monat ausgeliehen werden. Die Bibliothek des Zentrums für Sportwissenschaft ist ein Bestandteil des gesamtösterreichischen wissenschaftlichen Bibliothekskataloges. Die Dokumente werden in ALEPH erfasst. Zurzeit läuft ein Retrokonversionsprojekt, das bereits ca. 80 Prozent des gesamten Altbestandes erfasst hat.

Darüber hinaus gibt es eine Lesesaalaufstellung, bei der die BenutzerInnen vor Ort, ohne das jeweilige Werk vorher bestellen zu müssen, zu den zentralen Praxis- und Theoriefächern arbeiten können. Die Bibliothek bietet zwei Lesesäle mit 36 Plätzen, 11 PC-Arbeitsplätze mit allen Online-Features, einen Drucker und einen Kopierer sowie W-LAN im gesamten Bibliotheksbereich. Zeitschriftenbände dürfen nicht entlehnt werden. Über die vernetzten PC-Arbeitsplätze oder W-LAN können die BenutzerInnen auf alle Angebote der Universitätsbibliothek Wien, etwa auf den OPAC des österreichischen Bibliothekenverbundes und auf alle anderen sich ständig erweiternden E-Ressourcen, zugreifen. Zur Unterstützung bei der Literaturrecherche steht eine eigene Mitarbeiterin jeweils an den Vormittagen zur Verfügung. Um die Informationskompetenz der BenutzerInnen zu verbessern, wurden eigene Ausbildungsmodule in der Studieneingangsphase und in den Einführungsveranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten implementiert. Diese sind für die Studierenden des Institutes für Sportwissenschaft verpflichtend. Weiter werden regelmässig Vorträge und Schulungen zur Informationskompetenz im Rahmen der österreichischen TrainerInnenausbildung durchgeführt.

Die Forschungsfelder im Bereich der Sportwissenschaften

Der Literaturerwerb und Bestandsaufbau orientiert sich überwiegend an den am Institut angebotenen Ausbildungsfächern in Theorie und Praxis, den am Institut vertretenen Forschungsfeldern sowie an aktuellen Entwicklungen im Bereich der Sportwissenschaften.

Die Ausbildungsfächer sind in den jeweiligen Studienplänen festgelegt. Die Forschungsfelder lassen sich acht wissenschaftlichen Abteilungen bzw. Arbeitsbereiche zuordnen. Es sind dies: Bewegungs- und Sportpädagogik, Biomechanik/Bewegungswissenschaft und Sportinformatik, präventive und rehabilitative Sportmedizin, Sport- und Leistungsphysiologie, Sportpsychologie, Sportsoziologie, Fachdidaktik Bewegung und Sport und Geschichte des Sports. Darüber hinaus werden alle Österreich betreffenden Publikationen zu Sport und Sportwissenschaften erworben.

Die Bibliothek des Zentrums ist Mitglied in der IASI (International Association for Sports Information), in der VÖB (Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare) sowie in der AGSB (Arbeitsgemeinschaft sportwissenschaftlicher Bibliotheken Deutschlands, der Schweiz und Österreichs). Vor allem die AGSB ist das zentrale Austauschforum für sportwissenschaftsspezifische Problemstellungen. Hier sind Kooperationen mit den jeweils national bedeutenden sportwissenschaftlichen Informationsanbietern wie etwa dem BISP (Bundesinstitut für Sportwissenschaft) in Bonn, der Zentralbibliothek der Deutschen Sporthochschule in Köln, dem IAT (Institut für angewandte Trainingswissenschaft) in Leipzig oder der Bibliothek und Mediathek der ESSM (Eidgenössischen Sportschule Magglingen) angesiedelt.

Weitere Informationen und Kontaktadressen finden sich unter den folgenden

Links:

http://ub.univie.ac.at/ib-spor...

http://www.agsb.de/ http://www.iasi.org/

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Mag. Dr. Rolf Müllner

Biblio­theksbeauftragter des Zentrums für Sportwissenschaft und Universitäts­sport Universität Wien/Leiter 

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*Pflichtfeld

Résumé

En Autriche, la collection et la mise à disposition systématique des informations dans le secteur du sport dépendent des universités. Dès les années 1970, s’est forgé le concept de science du sport. Des bibliothèques spécialisées sont actuellement en fonction à Graz, Innsbruck, Salzburg et Vienne. La bibliothèque du Centre pour la science du sport et du sport universitaire de l’Université de Vienne est la plus grande d’Autriche et l’une des plus importantes dans le monde germanophone. Sa fonction est de soutenir et promouvoir l’enseignement et la recherche dans le do­maine de la science du sport. Ses tâches sont les suivantes: création et mise à disposition de tous les supports d’information; mise à dispo­sition des autorités universitaires et des personnes intéressées par la recherche des instruments nécessaires; communication d’information via internet; entretien et conservation du patrimoine écrit; collaboration avec les entreprises autrichiennes et internationales dans le domaine de l’information scientifique; coopération et coordination avec d’autres bibliothèques scientifiques.

La bibliothèque n’est pas seulement utilisée par les étudiants et le personnel enseignant, mais est également accessible au public. Chaque année, près de 30 000 personnes intéressées au sport la fréquentent. Elle compte actuellement environ 80 000 documents imprimés ainsi que 1000 périodiques dont 300 sont couramment mis à disposition.