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2006/3 Erschliessung – Kernaufgabe der Archive und wichtiges Thema für die gesamte I+D-Welt

Das Repertorium der handschriftlichen Nachlässe in den Bibliotheken und Archiven der Schweiz

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Nachlässe sind unentbehrliche Quellen für die wissenschaftliche Forschung und werden deshalb in angelsächsischen Ländern bezeichnenderweise primary sources genannt. Das ursprünglich von einer Arbeitsgruppe der Berufsverbände BBS und VSA-AAS erarbeitete Repertorium der handschriftlichen Nachlässe in den Bibliotheken und Archiven der Schweiz enthält Informationen über mehr als 7000 Nachlässe (Stand 15. 7. 2006: 7439 Anzeigen).

Um diese Daten langfristig zu sichern und auszubauen, übernahmen das Schweizerische Literaturarchiv (SLA) und die Schweizerische Landesbibliothek (SLB) das Repertorium und machten es Ende 1996 auf der Website der SLB online zugänglich. Seit einiger Zeit steht nun eine leistungsfähige neue Software zur Verfügung, die eine rasche Aktualisierung durch Partnerinstitutionen ermöglicht, die in der Schweiz solche Nachlässe aufbewahren: http://www.snl.admin.ch/slb/sl... professionnel/erschliessen/00672/00685/ index.html?lang=de

SLA und SLB tragen auch dazu bei, dass das neue Repertorium international der Forschung optimal zugänglich ist. Sie sind Partner des Konsortiums, das aus dem EU-Projekt MALVINE her- vorgegangen ist (Manuscripts And Let- ters Via Inregrated Networks in Europe) und das den Online-Nachweis von Handschriften und Briefen zum Ziel hat.

Anfang 2005 ist eine aktualisierte Version der Datenbank in Betrieb ge- nommen worden, die als wesentliche Neuerung die Aufnahme von Körper- schaftsarchiven ermöglicht. «Kollektiv- nachlässe», also Archive von Körper- schaften wie Firmen oder Vereine, sind


im gedruckten Repertorium bisher aus- ser Betracht gefallen. Für das Online- Repertorium ist diese Einschränkung seit der Installation der neuen Version aufgehoben, d.h., es können neu auch Archive von Körperschaften darin an- gezeigt werden.

1 Zur Geschichte

Das Repertorium verzeichnet die Hand- schriftenbestände, Personenarchive und Nachlässe in schweizerischen Biblio- theken, Archiven und anderen aufbe- wahrenden Institutionen. Seit seinem ersten Erscheinen 1967 wurde es im Auf- trag der Vereinigung Schweizerischer Archivare und des Verbandes der Biblio- theken und der Bibliothekarinnen/ Bibliothekare der Schweiz von Anne- Marie Schmutz-Pfister bearbeitet. Gaby Knoch-Mund gab die zweite, stark erwei- terte Auflage von 1992 heraus. In den frühen 1990er Jahren wurden die Daten- bestände der Buchausgabe in statische HTML-Seiten konvertiert, die auf der Website der Schweizerischen Landes- bibliothek zwar konsultiert, nicht aber aktualisiert werden konnten. Seit 1999 wird der Datenbestand in der Datenbank LibRO (Libraries and related organiza- tions) in der Schweizerischen Landes- bibliothek verwaltet, eine Datenbank, die auch die Schweizerischen Bibliotheks- adressen aufführt und auf aktuellem Stand hält (Stand 15. 7. 2006: 640 Adres- sen). Im Vergleich zur Ausgabe von 1992 oder zu den statischen HTML-Seiten, die seit Ende 1996 auf der Website der SLB zur Verfügung standen, zeichnet sich die neue Datenbank durch folgende Ele- mente aus:

– Autoritätskontrolle der Autoreintra- gungen;

– Eckdaten eines Einzelnachlasses können präzisiert werden (was vor- her nur für Familienarchive möglich war);

– Präzisierung, ob Geburts- und To- desjahr eines Autors oder die Eck-


daten des Nachlasses exakt sind oder nicht: Sie können geschätzt oder ge- rundet worden sein, wie im Fall von Angaben wie «17. Jahrhundert» in der Ausgabe von 1992 (In der ersten Online-Version waren ungefähre Angaben in Zahlen [1701–1800] um- gewandelt worden);

– individuelle Benutzungsbeschrän- kungen und Angaben zu unpubli- zierten Findmitteln (was vorher nur mit Standardformulierungen erfol- gen konnte);

– Hyperlink zu einer detaillierten Nachlassbeschreibung der aufbe- wahrenden Institution;

– zahlreiche zusätzliche Suchfunkti- onen, z.B. nach Autornamen mit Geburts- und Todesjahr; mit Stich- wort zu Beruf oder Aktivität; nach Institution, Ort, Signatur, Sprache, zeitweilige Schliessung des Archivs oder nach einzelnen Stichworten aus der Beschreibung der Nachlässe.

Neueintragungen können von den am Repertorium beteiligten Institutionen über ein passwortgeschütztes Internet- formular selber eingegeben werden, interessierten Institutionen gibt die SLB Zugriff auf das Formular. Nach ei- ner Qualitätskontrolle in der SLB wer- den die Eingaben direkt in die Daten- bank geladen. Bestehende Datensätze können nur in der SLB verändert und korrigiert werden.

Alle nachlassbewahrenden Institu- tionen in der Schweiz sind eingeladen, sich am Repertorium zu beteiligen und mit geringem Aufwand ihre Bestände publik zu machen.

2 Präsentation und Gebrauch des Reper- toriums Das Repertorium listet Nachlässe von Personen, Familien und Körperschaften aus über 260 Archiven, Bibliotheken, Museen und Privatbesitz auf. Der Be- griff «Nachlass» wird darin in einem 

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Rudolf Probst

Schweizerisches Literaturarchiv (SLA), Schweizerische Landesbibliothek (SLB)

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