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2026/2 Nachhaltigkeit im Archiv

Nachhaltigkeit bleibt wichtiges Thema an wissenschaftlichen Bibliotheken

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Eine Arbeitsgruppe der Kommission Biblio2030 hat im Herbst 2025 eine Online-Umfrage unter wissenschaftlichen Bibliotheken lanciert, um herauszufinden, welchen Stellenwert Nachhaltigkeit an wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz spielt.

Das Thema «Nachhaltigkeit» ist seit Langem auf der Tagesordnung vieler Bibliotheken.1 Die Agenda 2030 hat der Diskussion einen weiteren Schub gegeben und dazu geführt, dass sich Bibliotheken zunehmend als Agenten eines nachhaltigen Wandels verstehen.2 Die IFLA hat bereits 2015 einen Nachhaltigkeits-Werkzeugkasten publiziert.3 Diese Entwicklungen sind nicht an Schweizer Bibliotheken vorbeigegangen: Sie haben Nachhaltigkeit in ihre Strategien aufgenommen oder sich in jenen ihrer Hochschulen eingefügt. Nicht zuletzt haben sich innerhalb der Bibliotheken Arbeitsgruppen geformt, die bestrebt sind, Nachhaltigkeit an ihren Institutionen zu fördern. Innerhalb der 2017 gegründeten Bibliosuisse-Kommission Biblio2030 bildete sich ein Team zum Thema Nachhaltigkeit spezifisch an wissenschaftlichen Bibliotheken. Diese Initiativen mündeten in einen Hochschulbibliotheks-übergreifenden Austausch, der unter anderem an Bibliosuisse-Kongressen geführt wurde. 

Die wissenschaftlichen Bibliotheken stehen vor mehrfachen Herausforderungen: Welche Definitionen von Nachhaltigkeit sollten für die eigene Arbeit herangezogen werden? Wie mit dem Rahmen arbeiten, der von den Universitäten, Trägerinstitutionen oder Kantonen vorgegeben wird? Welche Freiheiten kann man allenfalls nutzen? Wie alle Unternehmen und Organisationen und unabhängig von der ohnehin schon herausfordernden Frage, was Nachhaltigkeit an Bibliotheken bedeutet, stehen auch wissenschaftliche Bibliotheken der dreifachen Herausforderung gegenüber, Organisationsstrukturen, Organisationskulturen und die interne Kommunikation so anzupassen, dass sie als Ganzes nachhaltiger werden können.4 Diesen Herausforderungen wurden von Bibliothek zu Bibliothek anders begegnet. 

Wo stehen Schweizer Hochschulbibliotheken heute in puncto Nachhaltigkeit? Dieser Frage ist die Kommission Biblio2030 nachgegangen und hat eine Online-Umfrage unter wissenschaftlichen Bibliotheken lanciert. Sie wurde zunächst am Bibliosuisse-Kongress im Oktober 2025 vorgestellt sowie danach breit beworben. Sie kann zwar keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben, ermöglicht es aber, ein Stimmungsbild nachzuzeichnen und einige mögliche Trends anzudeuten sowie Stärken und Schwächen des Status quo zu benennen. 

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Eri Amsler

Eri Amsler hat Erdwissenschaften an der ETH Zürich studiert und in Klimawissenschaften an der Universität Bern promoviert. Sie arbeitet seit 2022 als Fachreferentin im Bereich Naturwissenschaften an der Universitätsbibliothek Bern.

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Philipp Casula

Philipp Casula hat an der Universität Basel in Soziologie promoviert und ist Fachreferent für Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der Universitätsbibliothek Basel.

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Olivier Sievi

Oliver Sievi hat Informationswissenschaft an der HTW Chur (heute FHGR) studiert und arbeitet seit 2019 als Projektleiter Innovation bei der Schweizerischen Nationalbibliothek.

  • 1 Eine Kurzversion dieses Beitrags erschien zunächst in Bibliosuisse INFO 09.2026.
  • 2 Hauke, Petra, «Die grünen Ziele der UN-Agenda 2030 – Standards für die Grüne Bibliothek», Arbido 2020/3, S.  1-10
  • 3 IFLA (2015): Bibliotheken und die Umsetzung der UN 2030 Agenda [„Werkzeugkasten“]. https://www.ifla.org/wp-content/uploads/2019/05/assets/hq/topics/libraries-development/documents/libraries-un-2030-agenda-toolkit-de.pdf, (Zugriff am/consulté le 20.01.2026).
  • 4 Bäversten, Dan, Nordström, Maja, 2019,  Key Aspects of Implementing a Corporate Sustainability Strategy in a Decentralized Organization : A Case Study (Dissertation), https://urn.kb.se/resolve?urn=urn:nbn:se:uu:diva-384522 (Zugriff am/consulté le 20.01.2026).

Abstract

Eine kürzlich von der Bibliosuisse-Kommission Biblio2030 unter Schweizer wissenschaftlichen Bibliotheken durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass das Thema Nachhaltigkeit dort gut verankert ist und verschiedene Nachhaltigkeitsmassnahmen umgesetzt werden. Zudem zeichnen sich Konsolidierungstendenzen ab. Bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen zeigen sich jedoch Schwierigkeiten. Dies ist nicht nur auf die Neuartigkeit der mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebrachten Themen wie digitale Nachhaltigkeit oder künstliche Intelligenz zurückzuführen. Ausgehend von den Umfrageergebnissen argumentiert der Beitrag, dass in dezentralen Organisationen wie Hochschulbibliotheken die Organisationsstrukturen und -kulturen sowie die interne Kommunikation verändert werden müssten, um die Nachhaltigkeit zu verbessern. Dies erfordert einen Bottom-up- sowie einen Top-down-Ansatz.

Une enquête menée récemment par la commission Biblio2030 de Bibliosuisse auprès des bibliothèques universitaires suisses a montré que le thème de la durabilité y est bien ancré et que diverses mesures en faveur de la durabilité sont mises en œuvre. De plus, des tendances de consolidation se dessinent. Toutefois, des difficultés se posent dans le développement et la mise en œuvre de nouvelles idées. Cela n’est pas uniquement dû au fait que les thèmes liés à la durabilité, tels que la durabilité numérique ou l’intelligence artificielle, sont nouveaux. Sur la base des résultats de l’enquête, l’article soutient que, dans des organisations décentralisées telles que les bibliothèques universitaires, les structures et cultures organisationnelles ainsi que la communication interne devraient être modifiées pour améliorer la durabilité. Cela nécessite une approche de type «bottom-up» et «top-down».