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2025/ Materialität der Archive

Editorial

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In Zeiten der rasant fortschreitenden Digitalisierung scheint die physische Materialität der Archive auf den ersten Blick zu verschwinden. Doch schon auf den zweiten Blick wird deutlich, dass sich die Materialität der Archive transformiert: Zum einen sind natürlich grosse Teile heutiger Archive immer noch phyische vorhanden und decken dabei eine grosse Spannbreite von Materialitäten ab - von Urkunden auf Pergament bis Glasnegativen. Zum andern wird diese physisch greifbaren Archivalien zunehmend ergänzt durch digitales Archivgut, welches im Server wiederum letztlich ebenfalls einen physischen Kern hat, für den auch bereits Alternativen diskutiert werden.

Die aktulle Ausgabe von arbido wirft verschieden Schlaglichter auf die Aspekte der Materialisierung und Dematerialisierung von Archiven. Die in den nachfolgenden Beiträgen vorgestellten Projekte die Diskussion weiter, die bereits in dem ebenfalls in dieser Ausgabe besprochenen Sammelband angestossen wurde. So stellt der Beitrag von Rodolfo ein Projekt zur Archivierung und digitalen Verwaltung von Dokumenten aus Locarno vor. In dem von Fornari vorgestellten SNF-Projekt PIA wird untersucht, wie historische Fotosammlungen digital erschlossen und durch partizipative Ansätze erweitert werden können. Das von Burgi präsentierte DNAMIC-Projekt "DNA Microfactory for Autonomous Archiving" hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2026 einen Prototypen zu entwickeln, der die Archivierung von Dokumenten in DNA automatisiert und sich dabei die unübertroffene Informationsdichte, die Langlebigkeit, den sehr geringen Energieverbrauch und die Unvergänglichkeit dieses Moleküls, des Bausteins des Lebens, zu Nutze macht. Mit dem Projekt Crimes et châtiments stellt Rebetez ein Projekt des AAEB vor, mit welchem eine Vorreiterrolle in der Entwicklung eines Modells für automatische Transkriptionen für französische Texte aus den 16. und 17. Jahrhundert eingenommen werden soll.

Ackermann Nadja

Nadja Ackermann

Nadja Ackermann studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Bern, wo sie 2019 promovierte. 2023/2024 absolvierte sie den CAS "Digitale Trends in den Informationswissenschaften" an der Fachhochschule Graubünden (FHGR). Seit 2020 ist Nadja Ackermannwissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Privatarchive in der Burgerbibliothek Bern, wo sie für die Firmenarchive zuständig ist. Seit 2024 ist sie Redaktionsmitglied von arbido.