Kommentare Abstract
2019/2 Künste bewahren und vermitteln

SIK-ISEA: Hier dreht sich alles um die Schweizer Kunst

Kommentare Abstract

Seit 1951 dokumentiert und erforscht das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) das historische und aktuelle Kunstschaffen. Kernaufgaben sind die Archivierung, Auswertung und Bereitstellung von Dokumenten und Informationen zu Akteuren, Objekten und Techniken der Schweizer Kunst.

Das vor fast siebzig Jahren gegründete Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) ist eine private Stiftung mit Hauptsitz in der gründerzeitlichen Villa Bleuler in Zürich, einer Antenne romande an der Universität Lausanne und einem Ufficio di contatto im Museo Vincenzo Vela in Ligornetto. Finanziert wird die gemeinnützige Einrichtung mit ihren über sechzig Mitarbeitenden zum einen über namhafte Beiträge der Schweizerischen Eidgenossenschaft, des Kantons und der Stadt Zürich sowie weiterer Kantone. Eine ebenso wichtige finanzielle Basis bilden zum anderen kompetitiv erworbene Forschungsmittel, Dienstleistungen und Zuwendungen von Stiftungen und Mäzenen.

Abb 1 Der Hauptsitz Von Sik Isea In Der Villa Bleuler In Z├╝Rich

Finanziert wird die gemeinnützige Einrichtung mit ihren über sechzig Mitarbeitenden zum einen über namhafte Beiträge der Schweizerischen Eidgenossenschaft, des Kantons und der Stadt Zürich sowie weiterer Kantone. Eine ebenso wichtige finanzielle Basis bilden zum anderen kompetitiv erworbene Forschungsmittel, Dienstleistungen und Zuwendungen von Stiftungen und Mäzenen.

Analoge und digitale Dokumentation und Vermittlung

Die Haupttätigkeiten von SIK-ISEA liegen in der systematischen Erhebung, der langfristigen Speicherung und der einfachen Zugänglichmachung von Informationen und Dokumenten zu Kunstwerken und Kunstschaffenden der Schweiz aus allen Epochen und Gattungen. Die Gewinnung dieser Informationen und ihre Bereitstellung erfolgen in analoger und digitaler Form, sowohl über die Materialien und Publikationen im Schweizerischen Kunstarchiv, in der Bibliothek und im Fotoarchiv als auch über die einzigartige Fülle an Informationen in der Datenbank von SIK-ISEA.

Abb 2 Die Bibliothek Von Sik Isea

Aus letzterer generiert das Institut die frei zugänglichen Online-Angebote wie das SIKART-Lexikon zur Schweizer Kunst (www.sikart.ch), elektronische Werkverzeichnisse im Open Access, beispielsweise zu Ferdinand Hodler (www.ferdinand-hodler.ch) oder Niklaus Manuel (www.niklaus-manuel.ch), sowie weitere digitale Nachschlagewerke wie ein Verzeichnis der Teilnahmen der Schweiz an der Kunstbiennale von Venedig seit 1920 (www.biennale-venezia.ch) oder digitalisierte Dokumente aus den Beständen des Schweizerischen Kunstarchivs (www.schweizerischeskunstarchiv.ch).

Abb 5 Sikart Das Tåglich Aktualisierte Online Lexikon Zur Schweizer Kunst

Darüber hinaus unternimmt SIK-ISEA eigene Forschungsvorhaben im Bereich der Kunstgeschichte und der Kunsttechnologie; diese Aktivitäten werden kostendeckend durch Drittmittel, private Schenkungen und durch Erlöse aus Dienstleistungen finanziert. Die daraus gewonnenen Forschungsergebnisse werden einem nationalen und internationalen Publikum durch umfangreiche Publikationen bekannt gemacht. So listet das Publikationsverzeichnis des Instituts (www.sik-isea.ch) weit über dreihundert Schriften wie Werkverzeichnisse, Sammlungskataloge, Lexika, Kongressakten oder kunsttechnologische Untersuchungen in verschiedenen Sprachen auf.

SIK-ISEA bietet interessierten Kreisen sein Fachwissen in Bereichen wie Echtheitsabklärungen, kunsttechnologischen Verfahren, Materialkunde, Inventarisations- und Archivierungspraxis oder digitaler Fotografie als Dienstleistung oder in Form von Weiterbildungen und Tagungen an. Seit 2016 betreibt das Institut zudem die Schweizerische Beratungsstelle für Künstlernachlässe, die Kunstschaffenden und deren Angehörigen oder Interessenverbänden weiterführende Informationen bereitstellt und in persönlichen Beratungsgesprächen sowie an landesweit stattfindenden Workshops Möglichkeiten und Grenzen zum Umgang mit diesem kulturellen Erbe aufzeigt.

Archive und Bibliothek: Gewachsene Forschungsinfrastruktur

Zum Kern der Forschungsinfrastruktur von SIK-ISEA gehört eine umfangreiche, öffentlich zugängliche Spezialbibliothek mit Monografien, Werk-, Sammlungs- und wichtigen Ausstellungskatalogen zum zeitgenössischen und historischen Schweizer Kunstschaffen. Diese Präsenzbibliothek umfasst mittlerweile rund 160'000 Medien, die im Katalog des Netzwerks von Bibliotheken und Informationsstellen in der Schweiz (NEBIS) erfasst sind. Neben der Literatur zur Kunst in der Schweiz werden insbesondere die Bereiche Kunsttechnologie sowie internationale Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte gepflegt. Das Schweizerische Kunstarchiv sammelt systematisch Informationen zu Kunstschaffenden, Institutionen und Ausstellungen und es wertet über zwanzig Tageszeitungen und Zeitschriften aus.

Abb 3 Das Schweizerische Kunstarchiv Von Sik Isea

Täglich werden mehrere Dutzend Dokumente zu Kunstschaffenden und Institutionen (Zeitungsartikel, Einladungen und Hinweise zu Ausstellungen, Vergabe von Auszeichnungen, Stipendien und Preisen etc.) ausgewertet, in Dossiers abgelegt und die entsprechenden Informationen in der Datenbank erfasst. Im Laufe der Zeit sind so über 20'000 physische Dossiers zu Kunstschaffenden und Institutionen entstanden, die auch von externen Interessierten konsultiert werden. Zusätzlich konserviert und erschliesst das Schweizerische Kunstarchiv über dreihundert umfangreiche Dokumente-Nachlässe von Kunstschaffenden nationaler und internationaler Ausstrahlung und es macht diese Archivalien wie Tage- und Skizzenbücher, Korrespondenzen oder Dokumentarfotografien für Forschungszwecke zugänglich oder leiht sie als Exponate für Ausstellungen aus. Das Fotoarchiv von SIK-ISEA beherbergt eine systematisch angelegte Sammlung von über 100'000 fotografischen Reproduktionen von Kunstwerken aller Epochen und Gattungen und ist damit wohl einer der umfangreichsten visuellen Speicher zur Schweizer Kunstproduktion. Das Fotomaterial findet für eigene gedruckte und elektronische Publikationen Verwendung und es wird auch an Dritte für Forschungs- und Reproduktionszwecke weitergegeben.

Abb 4 Archivalien Aus Dem Schweizerischen Kunstarchiv

Den Dialog zur Schweizer Kunst fördern

Als national agierendes Dokumentations- und Forschungszentrum zur Schweizer Kunst steht SIK-ISEA in engem und steten Austausch mit Archiven, Bibliotheken, Hochschulen, Museen aber auch mit privaten Sammlern, dem Kunstmarkt und den Kunstschaffenden selbst. Eine konsequente Open-Access-Policy als Datenlieferant und verschiedene Vermittlungsgefässe wie Publikationen, Referatszyklen, Tagungen oder Weiterbildungskurse fördern dabei den Dialog mit der Forschungsgemeinschaft und der breiten Öffentlichkeit um die aktuelle und historische Schweizer Kunst in all ihren Facetten.

Bibliographie
Heusser, Hans-Jörg und Krähenbühl, Regula (Hrsg.), Kunst und Wissenschaft, Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft 1951-2010, Zürich, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, 2010.

Websites
www.sik-isea.ch
www.sikart.ch

Oberli Matthias 2019

Matthias Oberli

Matthias Oberli (Dr. phil. / MAS) ist Kunsthistoriker leitet seit 2008 an SIK-ISEA die Abteilung Kunstdokumentation. Als Basisbetrieb des Instituts umfasst diese Abteilung die Bibliothek, das Schweizerische Kunstarchiv, die Inventarisation und das Fotoarchiv, die Fotografie und Bildbearbeitung, den Fachbereich Schätzungen und Expertisen, die Schweizerische Beratungsstelle für Künstlernachlässe, die Datenbank sowie das SIKART-Lexikon.

Kommentare

*Pflichtfeld

Abstract

Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) dokumentiert und erforscht an seinen drei Standorten in Zürich, Lausanne und Ligornetto in analoger und digitaler Form das zeitgenössische und historische Kunstschaffen der Schweiz. Neben seinen reichen Archiv-, Bibliotheks- und Fotobeständen veröffentlicht das Institut laufend Publikationen zur Schweizer Kunst und Kunsttechnologie und es unterhält mit dem SIKART-Lexikon ein täglich aktualisiertes Online-Lexikon.

l’Institut suisse pour l’étude de l’art (SIK-ISEA) documente et étudie l'art contemporain et l'histoire suisse à ses trois sites à Zurich, Lausanne et Ligornetto, sous forme analogique et numérique. A côté de ses riches collections d'archives, de bibliothèques et de photographies, l'institut édite regulièrement des publications sur l'art suisse et la technologie de l’art. Avec le lexique SIKART l'institut offre un lexique en ligne mis à jour quotidiennement.