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2016/1 Geist & Geistliches

Die Bibliothek der Israelischen Cultusgemeinde Zürich

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Die Bibliothek der Israelischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), seit 2009 als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft, ist aus mehreren Buchkollektionen hervorgegangen und spiegelt damit auch die Geschichte der Juden in Zürich. Die erste Sammlung bestand aus den Beständen der «Jüdischen Lesehalle mit Bibliothek» (gegründet 1902 von der Zionistischen Ortsgruppe Zürich), mit vor allem jiddischer Literatur. 1914 kam die Bibliothek des akademischen Zionistenvereins «Hechawer» dazu, mit Büchern über den Zionismus und Palästina. Seit 1923 wurde die Bibliothek durch den «Verein jüdische Bibliothek Zürich» geführt. Mehrere kleine Bibliotheken wurden in der Folge integriert. 

In den 1930er-Jahren wurden zahlreiche wertvolle jüdische Bücher aus Deutschland angekauft, um sie dem Zugriff der Nationalsozialisten zu entziehen. 1939 übernahm die ICZ die Bibliothek mit damals rund 2500 Bänden. Es entstand so die einzige deutschsprachige jüdische Bibliothek, die in der Zeit des Holocaust weiter geöffnet blieb.

Ende der 1940er-Jahre übernahm der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) unter Vermittlung von Hanna Arendt die von den Alliierten aufgefundenen Reste der Bibliothek des Jüdisch-Theologischen Seminars in Breslau. Die Sammlung blieb im Besitz des SIG und wurde zur Aufbewahrung zwischen den Gemeinden Genf, Basel und Zürich aufgeteilt. Die Basler und Zürcher Bestände befinden sich heute in der Bibliothek der ICZ. Es handelt sich dabei um rund 2500 Titel, von denen einzelne bis ins 16. Jahrhundert zurückdatieren. Rund ein Viertel der Bücher stammt aus dem 18. Jahrhundert, rund die Hälfte aus dem 19. Jahrhundert. Es handelt sich dabei zum grössten Teil um halachische Literatur und aggadische Werke. Diese «Breslauer Sammlung» stellt das Vermächtnis einer in der Schoah zerstörten jüdischen Wissenschaftseinrichtung dar.

Die Bibliothek der ICZ umfasst rund 50000 Medien, darunter auch kleinere archivische Sammlungen, wie zum Beispiel den künstlerischen Nachlass des Komponisten Max Ettinger. 

75 Jahre Bibliothek der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich 

Die Bibliothek der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) beging im Dezember 2014 ihr 75-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass veröffentlichten die beiden ICZ-Bibliothekarinnen Yvonne Domhardt und Kerstin A. Paul ein Buch. 

75 Menschen, darunter 10 Künstlerinnen und Künstler, haben ihren ganz eigenen Text geschrieben, gezeichnet, gemalt, eine Grafik oder eine Radierung zu Ihrem Lieblingsbuch erstellt, das sich im Bestand der Bibliothek befindet. Bei der Wahl der Textsorte waren die Autorinnen und Autoren frei; ein breites Angebot an vorgeschlagenen Lieblingsbüchern lag vor, darunter befanden sich Romane, Biografien, Gedichtbände, Sachbücher, Kunstbände, Zeitschriften, Kinderbücher, Bücher in deutscher, hebräischer, jiddischer, englischer und französischer Sprache sowie Nachschlagewerke.

Yvonne Domhardt & Kerstin A. Paul (Hrsg.): Quelle lebender Bücher: 75 Jahre Bibliothek der Israe- litischen Cultusgemeinde Zürich, Edition Clandestin, Biel 2014. 272 S. ISBN 978-3-905297-58-4 

Bibliothèques et archives juives en Suisse

Jüdische Bibliotheken und Archive in der Schweiz

Karger Bibliothek

Leimenstrasse 24 

4051 Basel

http://www.igb.ch/de/karger-bi...

Bibliothèque Juive de Genève «Gérard Nordmann» 

Av. Dumas 21 

1206 Genève

http://www.comisra.ch

Bibliothek der IC Zürich

Lavaterstrasse 33 

8002 Zürich 

http://www.icz.org

Dokumentationsstelle jüdische Zeitgeschichte im Archiv für Zeitgeschichte, ETH Zürich Hirschengraben 62 

8092 Zürich 

http://www.afz.ethz.ch

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Delf Bucher

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La bibliothèque de la Communauté Israélite de Zurich (Israelitische Cultusgemeinde Zürich ICZ) dispose de fonds variés de Hebraica et Judaica sur tous les domaines de la vie culturelle juive. Les fonds englobent de nombreux titres sur le judaïsme, y compris des imprimés hébraïques du XVIe au XVIIIe siècle, de la littérature spécialisée, principalement théologique (p.ex. Talmudica) et des livres de prière.

La bibliothèque a été fondée en 1939, mais elle puise son origine dans plusieurs collections de petites bibliothèques antérieures. Quand la Communauté Israélite de Zurich a repris la bibliothèque en 1939, elle comptait environ 2500 volumes et devra être la seule bibliothèque juive germanophone qui restait ouverte au temps de l’holocauste.

A la fin des années 1940 la Fédération suisse des communautés israélites (FSCI) s’engageait pour sauvegarder bon nombre de précieux volumes de la bibliothèque de l’ancien séminaire rabbinique de Breslau. La collection restait en possession de la FSCI, mais était répartie pour la conservation dans les bibliothèques des communauté israélites de Genève, Bâle et Zurich. Aujourd’hui, les collections confiées à Bâle et Zurich se trouvent à la bibliothèque l’ICZ.