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2013/3 Parlons jeunesse – Reden wir vom jungen Publikum!

Editorial: Das junge Publikum gibt es nicht als solches

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Die Frage der jungen Generation ist eine der grössten gesellschaftlichen Herausforderungen demokratischer Gesellschaften.

Im Zusammenhang mit einer vorhersehbaren Alterung der Gesellschaft hängt deren Zukunft von den künftigen Generationen ab. Die wirtschaftliche und soziale Krise, die heute zahlreiche Länder in Europa erfasst hat, betrifft vor allem die unter 25-Jährigen und verstärkt die Ungleichheit zwischen den Generationen. In der Schweiz ist das Problem weniger ausgeprägt und es gilt, diesen Vorteil zu bewahren, der häufig mit dem Ausbildungssystem in dem kleinen föderalistischen Land in Zusammenhang gebracht wird. 

Das Schlüsselwort ist gefallen: Ausbildung, aber auch Erziehung, Akkulturation und folglich Zugang zur Information, zum Wissen und zur Vorstellungswelt. Die Berufstätigen im Bereich Information und Dokumentation haben also zweifellos eine Verantwortung und eine Rolle, die sie wahrnehmen müssen. Dies geschieht über die Kontakte, die mit den Ausbildungsinstitutionen gepflegt werden, doch das reicht nicht aus: Die Herausforderung besteht auch darin, die Verbindungen zwischen den Angeboten von Bibliotheken, Archiven oder Dokumentationszentren und denjenigen, die sich zunehmend mit den sozialen Usancen konfrontieren, zu beleben und aufrechtzuerhalten. 

Das junge Publikum ist also das Thema dieses arbido-Heftes. Die vorgeschlagenen Blickwinkel sind ebenso vielfältig wie die Problematik selber. Erste Feststellung: Das junge Publikum gibt es nicht als solches. Die verschiedenen Profile (Generation xy, junge Erwachsene, Heranwachsende), die Altersstufen, die immer weiter differenziert werden, um das Business zu befriedigen, müssen infrage gestellt, analysiert und kritisiert werden. Die Antworten der verschiedenen Institutionen, ob im Rahmen der Schulen oder ausserhalb, die die Multikulturalität berücksichtigen, verdienen es, vorgestellt zu werden, ebenso wie die kulturellen Initiativen vorgestellt werden müssen, dank denen wir verstehen können, wie die Gesellschaft ihr Verhältnis zu Kindheit und Jugend in historischer Perspektive definiert hat. Es ist dieses Fenster zur Welt, das wir bescheiden ein wenig öffnen. Es sollte zukünftig zweifellos weiter geöffnet werden, in einer Themennummer, die vom jungen Publikum selbst geschrieben wird.

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