Präventive Konservierung und Nachhaltigkeit im PTT-Archiv
Mit der Einrichtung einer Stelle für Konservierung/Restaurierung Anfang 2026 konnte das PTT-Archiv in Köniz seine Aktivitäten im Bereich der Erhaltung von analogem, mobilem Kulturgut gezielt ausbauen. Seither werden präventive Konservierung und Nachhaltigkeit verstärkt als miteinander verbundene Handlungsfelder betrachtet, die sowohl die langfristige Sicherung der Bestände als auch den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zum Ziel haben.
Die konservatorische Praxis basiert auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, ethischen Leitlinien, sowie dem Grundsatz der präventiven Erhaltung und zielt auf die langfristige Bewahrung des kulturellen Erbes ab.
Gleichzeitig ist sie einem kontinuierlichen Wandel unterworfen: Neue materialtechnologische Erkenntnisse, veränderte klimatische Bedingungen sowie ein wachsendes Bewusstsein für die ökologischen Auswirkungen institutionellen Handelns erfordern eine regelmässige kritische Überprüfung und Anpassung bestehender Strategien.
Vor diesem Hintergrund versteht sich die präventive Konservierung im PTT-Archiv als dynamischer Prozess, der bewusst Raum für Optimierung und Weiterentwicklung lässt.
Im Zentrum der präventiven Konservierung stehen alle Massnahmen, die auf die Stabilisierung der Umgebungsbedingungen abzielen und damit den Alterungsprozess verlangsamen.
Anders als invasive restauratorische Eingriffe setzt die präventive Konservierung primär bei den Ursachen von Schäden an. Zu den wichtigsten Massnahmen gehören die Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, der Schutz vor Licht, Schadstoffen und Schädlingen sowie eine sichere Lagerung der Archivbestände.
Ergänzt werden diese durch einen bewussten Umgang im täglichen Betrieb, schonende Transportprozesse und eine gut organisierte Notfallplanung bei Wasser-, Feuer- oder Klimaschäden.
Ein integraler Bestandteil ist zudem die systematische Beobachtung der Bestände. Regelmässige Zustandskontrollen, sowie ein integriertes Schädlingsmonitoring ermöglichen es, Risiken frühzeitig zu erkennen und gravierende Schäden zu verhindern. Der Einsatz alterungsbeständiger Materialien, insbesondere säurefreier Verpackungen, trägt dazu bei, die Bestände im PTT-Archiv vor Staub, Licht und mechanischer Belastung zu schützen.
Im Kontext der Nachhaltigkeitsdebatte gewinnt die präventive Konservierung eine zusätzliche Dimension: Sie ist nicht nur ressourcenschonend im Sinne von Kosten- und Materialeinsatz, sondern auch klimapolitisch relevant.
Aus Sicht der präventiven Konservierung wird schnell deutlich, dass nahezu jede Tätigkeit innerhalb einer Institution einen Einfluss auf den Erhalt der Bestände hat.
Alle Handlungsfelder wie z.B. Reinigungsmassnahmen, Haustechnik, Besuchergruppen und auch die wissenschaftliche Bearbeitung der Bestände prägen die Rahmenbedingungen, unter denen Objekte aufbewahrt oder bewegt werden.
Die Verschiebung zu einer klima- und ressourcenbewussten Konservierungspraxis erfordert ein erweitertes Verständnis von Verantwortung: Neben der Bewahrung der materiellen Integrität von Kulturgütern tritt die Verpflichtung, den ökologischen Fussabdruck konservatorischen Handelns zu minimieren. Dies impliziert auch die Bereitschaft, etablierte Normen kritisch zu hinterfragen und den Diskurs innerhalb der Fachgemeinschaft aktiv mitzugestalten.
Präventive Konservierung im PTT-Archiv ist damit nicht nur eine methodische Strategie, sondern Ausdruck eines integrativen Ansatzes, der materielle Erhaltung, wissenschaftliche Reflexion und ökologische Verantwortung miteinander verbindet. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung des analogen, mobilen Kulturerbes – unter den sich wandelnden Bedingungen des 21. Jahrhunderts.
Abstract
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Der Artikel zeigt auf, wie Massnahmen der präventiven Konservierung zu Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen in einem Archiv beitragen.
Cet article montre comment les mesures de conservation préventive contribuent à la durabilité à différents niveaux au sein d'un service d'archives.