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2019/3 Zugang

Neue Technologien erweitern den Informationszugang und schränken ihn gleichzeitig ein

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Das Themenfeld Informationszugang ist einer von fünf vom Ifla Trend-Report identifizierten Haupttrends, die für die neue digitale Informationswelt kennzeichnend sind. In einer ständig wachsenden digitalen Welt wird Informationskompetenz immer wertvoller. Dazu gehören Kenntnisse in der Nutzung digitaler Medien. Menschen ohne diese Fertigkeiten werden von immer mehr Bereichen ausgeschlossen. Weiter wird die Gestaltung neuer Online-Geschäftsmodelle darüber entscheiden, wer künftig auf Informationen zugreifen, sie nutzen und weitergeben kann.

Der Ifla Trend-Report wurde 2013 initiiert angesichts der schieren Menge an Informationen und der atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der sie online geschaffen werden. Ein erster Bericht wurde als Ergebnis einer zwölfmonatigen Konsultation mit Sachverständigen und Akteuren in verschiedenen Fachbereichen, die Veränderungen im Informationsumfeld erforschen, publiziert. Es handelt sich dabei aber nicht um einen statischen Bericht, sondern um eine dynamische und sich weiterentwickelnde Sammlung von Online-Ressourcen, an der Bibliotheks- und Informationsfachkräfte über die Website trends.ifla.org aktiv mitarbeiten können – auch Sie! Auf der Online-Plattform gibt es bereits eine Fülle von Daten, die von Bibliotheken genutzt, weitergegeben und weiterverarbeitet werden können, unter anderem eine Bibliographie und eine kommentierte Literaturübersicht mit weiteren Trendberichten, Fachartikeln und Diskussionen. Jährlich erscheint zudem ein ausführliches Update.

Der Trend-Report verfolgt einen breiten Ansatz und identifiziert fünf hochrangige Trends, die unsere Informationsgesellschaft prägen und denen sich Informationsfachleute nicht entziehen können. Neben Bildung, Datenschutz, bürgerschaftlichem Engagement und technologischen Wandel ist das Themenfeld Informationszugang einer der fünf Haupttrends im globalen Informationsnetz.
In einer ständig wachsenden digitalen Welt wird Informationskompetenz immer wertvoller. Dazu gehören Grundkenntnisse im Lesen und in der Nutzung digitaler Medien. Menschen ohne diese Fertigkeiten werden von immer mehr Bereichen ausgeschlossen. Es wird sehr stark von der Gestaltung neuer Online-Geschäftsmodelle abhängen, wer zukünftig erfolgreich über Informationen verfügen, sie nutzen, weitergeben und darauf zugreifen kann.

 
Voraussichtliche Entwicklungen

Angesichts der weiterhin explodierenden Menge an digitalen Inhalten und Informationen werden Informationskompetenzen wichtiger, um zuverlässige Informationen von anderen Inhalten unterscheiden zu können, hinter denen leider verschiedene gesellschaftliche, politische, kommerzielle und manchmal auch extremistische Interessen stehen. Die Reibungsflächen zwischen geistigem Eigentum einerseits und technologischen Innovationen andererseits werden grösser. Zwischen den neuen Nutzungsarten und der Förderung von Kreativität und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit muss ein Ausgleich geschaffen werden. In einer hyper-vernetzten Welt wird der Informationszugang gleichbedeutend mit dem Zugang zu Gesundheit, Bildung und Beschäftigung sein – und damit zu sozialen, politischen und wirtschaftlichen Freiheiten. Eine Milliarde neuer Internetnutzer/-innen in den Entwicklungsländern verändern die Online-Welt. Mangelhafte Lese- und digitale Lesekompetenz behindert nach wie vor den Zugang zu Internetressourcen und könnten die digitale Kluft und das globale Ungleichgewicht verstärken. Der mobile Zugang zu digitalen Inhalten und Produkten auf immer mehr Gerätearten unterminiert den traditionellen Begriff des geistigen Eigentums, der auf dem statischen Recht an einem ortsgebundenen Inhalt basiert. Das Internet als offene und international zugängliche Informationsquelle wird durch Regierungen bedroht, die die verstärkte Kontrolle ihrer eigenen Informationssysteme betreiben. Diese Art von Kontrolle führt zu einem Flickenteppich nationaler Netze. Die Problematik des geistigen Eigentums an Informationen und Inhalten wird komplizierter, da die Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten von Informationen mehr und mehr verschwimmen. Noch komplizierter werden solche Situationen dadurch, dass immer mehr Inhalte durch automatisch gesteuerte Prozesse entstehen. Die bestehenden Geschäftsmodelle vieler Anbieter von Internetdiensten, die darauf ausgerichtet sind, mit personenbezogenen Daten und nutzergenerierten Inhalten Geld zu machen, müssen hinterfragt werden. In der Diskussion um zukünftige Geschäftsmodelle geht es darum, ob diese Gewinne unter den Urhebern der Inhalte, den Vermittlern und den ursprünglichen Inhabern personenbezogener Daten aufgeteilt werden sollten. Technische Massnahmen, die den Zugang zu urheberrechtlich geschützten Inhalten verhindern sollen, werden bald überholt sein, da neue Geschäftsmodelle, die sich die Begeisterung der Öffentlichkeit für den Konsum, die Weitergabe, Schaffung und Veränderung von Inhalten zunutze machen, eine grosse inhaltliche Vielfalt über mehrere Plattformen und Geräte hinweg anbieten.

Ifla Trend Report

Trend Report Ifla

The Ifla Trend Report is the result of twelve months’ consultation with experts and stakeholders from a range of disciplines to explore and discuss emerging trends in our new information environment. It is not a static report, but a dynamic and evolving set of online resources for library and information professionals to contribute to at trends.ifla.org.

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