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2015/1 I+D Verbände

Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA)

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Der Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) wurde 1922 anlässlich der Jahresversammlung der Allgemeinen Geschichtforschenden Gesellschaft der Schweiz (AGGS) als Vereinigung Schweizerischer Archivare gegründet. 1996 benannte sich die Vereinigung um in Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare. Gemäss den Statuten von 1997 hat der VSA den Zweck: «die Kontakte unter den Mitgliedern und deren Zusammenarbeit und die Mitglieder in der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit zu unterstützen» und «... in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Bedeutung der archivarischen Tätigkeit zur Sicherung von Archivgut als unentbehrliche Rechts- und Verwaltungsgrundlage, als wertvolles Kulturgut und als wichtigste Quelle zur Erhellung der Geschichte zu fördern.»

Einzelmitglied des VSA können Personen werden, die in öffentlichen oder privaten Archiven der Schweiz oder des Fürstentums Liechtenstein tätig sind. Als Kollektivmitglieder werden öffentliche und private Archive oder Organisationen mit verwandter Zielsetzung aus der Schweiz oder dem Fürstentum Liechtenstein aufgenommen. Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen.

In der Mitgliederstruktur des VSA widerspiegelt sich die ganze Vielfalt der föderalistischen Schweizer Archivlandschaft mit ihren verschiedenen Typen von Archiven wie den öffentlichen Archiven von Bund, Kantonen und Gemeinden, den kirchlichen Archiven, Archiven der privaten Wirtschaft, Archiven von Verbänden, Vereinen, wissenschaftlichen Institutionen und den Spezial- und virtuellen Archiven. Vertreten sind alle Landesteile und Sprachregionen und das Fürstentum Liechtenstein. Damit bildet der VSA die wichtigste Plattform für den fachlichen und informellen Austausch unter den Schweizer Archivinstitutionen.

Das oberste Organ des VSA ist die Mitgliederversammlung, die einmal jährlich in jeweils einem anderen Kanton abgehalten wird. Der Vorstand besteht aus fünf bis elf Mitgliedern, welche in ihrer Zusammensetzung die regionale und funktionale Mitgliederstruktur repräsentieren. Den Kern der Verbandstätigkeit bilden die Arbeitsgruppen des VSA. Sie sind in allen für den Beruf wichtigen Arbeitsfeldern aktiv (Records Management und Digitale Archivierung, Bewertung, Normen und Standards, Zugang und Vermittlung, Digitalisierung und Analoge Sicherung, Archive der privaten Wirtschaft, Stadt- und Gemeindearchive sowie geistliche Archive).

In Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen organisiert und koordiniert der Bildungsausschuss die fachspezifische Aus- und Weiterbildung. Dazu gehören der seit 1980 jährlich durchgeführte Grundkurs, Fachtagungen zu einzelnen Themen und alle zwei Jahre der Weiterbildungszyklus Archivpraxis Schweiz. Da Professionalisierung stark mit der Aus- und Weiterbildung zusammenhängt, hat sich der VSA für den Aufbau des dreistufigen Berufsbildungssystems Berufslehre I+D, I+D Fachhochschulbildung und den Masterstudiengang MAS/ALIS der Universitäten Bern und Lausanne eingesetzt. Um den Informationsaustausch innerhalb der Fachwelt zu fördern, gibt der VSA seit 1947 ein Periodikum heraus, seit 1986 gemeinsam mit dem Verband Bibliotheken Information Schweiz (BIS) die zweisprachige Zeitschrift arbido als Fachorgan für Archive, Bibliotheken und Dokumentationszentren. 2006 lancierte der VSA eine archiv- und informationswissenschaftliche Publikationsreihe (u.a. Handbuch Archivpraxis in der Schweiz, 2007). Um einer breiten Öffentlichkeit die Anliegen und die Tätigkeit der Archive bekannter zu machen, organisiert der VSA seit seinem 75-Jahr-Jubiläum 1997 alle fünf Jahre einen nationalen Archivtag.

Zu den Aufgaben des VSA gehören auch die Kontaktpflege mit in- und ausländischen Organisationen und Verbänden mit verwandter Zielsetzung und das politische Lobbying für die Bedürfnisse einer professionellen Archivierung. Entsprechend mit Delegierten vertreten ist der VSA unter anderem im International Council of Archives (ICA), in der Eidgenössischen Kommission für Kulturgüterschutz (EKKGS), in der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG), in der Archivdirektorinnen- und Archivdirektorenkonferenz (ADK) und im Dachverband der Urheber- und Nachbarrechtsnutzer (DUN). Freundnachbarschaftliche Kontakte werden insbesondere auch zu den benachbarten ausländischen Archivverbänden gepflegt.

An der Mitgliederversammlung 1998 beschloss der VSA, den Kodex der ethischen Grundsätze für Archivarinnen und Archivare zu akzeptieren. Dieser bildet seither die ethische Grundlage für die professionelle Archivarbeit in der Schweiz.

Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA)

Gründung: 4. September 1922 in Lenzburg (AG)

Rechtsform: eingetragener Verein

Sitz: Bern

Aktionsraum: die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein

Mission: Förderung der professionellen Archivierung, Kooperation unter den Schweizer Archiven unterstützen, für einen einfachen Zugang zum Archivgut sorgen, verwandte Institutionen vernetzen

Mitglieder: 663 Einzel- und 192 Kollektivmitgliedern (Mai 2014)

Präsidium: Claudia Engler

Publikationen: arbido (4 Ausgaben jährlich)

Webseite: www.vsa-aas.ch

Kontakt: info@vsa-aas.ch

Engler Claudia 2014

Claudia Engler

Claudia Engler ist Direktorin der Burgerbibliothek Bern und Präsidentin VSA-AAS.

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