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2014/4 FH-Bibliotheken – eine dynamische Entwicklung!

Die Pädagogische Hochschule Zürich

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Die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH): ein moderner Campus im Herzen von Zürich, drei Gebäude, klare Formen, rechte Winkel, hohe Fronten, hier und da eine auflockernde Zwischenterrasse, ein Innenhof, lange Gänge, 2500 Studierende und Mitarbeitende, die Sport treiben, unterrichten, lernen, lesen.

Als ich 2009 angefragt wurde, die neue Bibliothek der Pädagogischen Hochschule mitzugestalten, ergriff ich gleich die Gelegenheit, einen beruflichen Traum zu verwirklichen. Zusammen mit meinem Team machte ich mich auf, auch etwas ungewohnte Bibliothekswege auszuprobieren und gemeinsam die neue Bibliothek zu entwickeln. Auch wenn die Bauplaner und die Architekten den Bedürfnissen der gesamten PH gerecht werden mussten und die Bibliotheksplanung deshalb immer wieder Änderungen unterlag, war der neue Campus rechtzeitig im Juli 2012 bezugsbereit.

Die Vorgeschichte

Die Pädagogische Hochschule Zürich wurde 2002 gegründet. Von Anfang an bekam die neue Lehrerausbildungsstätte des Kantons Zürich professionell geführte Fachbestände unter dem Namen Informationszentrum PH Zürich (IZ PHZH). Vier davon an öffentlich zugänglichen Standorten und 13 Fachbereichsmediotheken für die PH-Dozierenden. Die IZ-Bestände wurden in Aleph erschlossen, nach der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) homogen signiert und aufgestellt, die Benutzungsordnung verabschiedet, die Weichen der Zusammenarbeit mit Fachreferierenden gestellt und eine Basis für das Erwerbungsprofil gelegt.

Um die Bauplanung der Bibliothek voqranzutreiben und die interessierten Mitarbeitenden einzubeziehen, lancierten wir zahlreiche standortübergreifende Projekte. Über 20 kleinere und umfangreichere Projekte wurden beim laufenden Betrieb realisiert und flossen in die Planung ein. Gleichzeitig wurden die meisten IZ-Bestände auf ihre Aktualität und Nutzung überprüft und gestrafft. Die übrig gebliebenen 2,7 km Printmedien wurden mit RFID ausgerüstet, in Kisten gepackt, in den Campus gefahren und auf die drei Stockwerke der Bibliothek verteilt. Kurz vor dem Umzug wurde zudem der Name «Informationszentrum» in «Bibliothek PH Zürich» geändert.

Dass diese Phase nicht hindernislos verlief und wir immer wieder mit Rückschlägen, Demotivation oder schwierigen Situationen kämpften, lässt sich leider nicht leugnen. Entgegen unserem Wunsch, alle Bibliotheksbestände zentral an einem Ort aufzubewahren, befindet sich am Campus nun auch ein kleiner Teil in dezentralen Handbibliotheken der Fachbereiche und in den Unterrichtsräumen. 

Der Bestand

Gesammelt werden aktuelle Medien für den Unterricht an der PH Zürich und an den Volksschulen. Die Bibliothek hat keinen Archivierungsauftrag und sondert regelmässig aus. Einzige Ausnahme bilden Medien zur Berufsbildungsforschung.

Der Bibliotheksbestand wird in enger Zusammenarbeit mit den Fachreferierenden und gezielt auf die Bedürfnisse der PH-Angehörigen aufgebaut. Das Erwerbungsprofil hält die angestrebte Bestandeszusammensetzung für die einzelnen Fachgebiete der Bibliothek PH Zürich fest, definiert die Erwerbungsintensität für alle Segmente und ist richtungweisend für die Entwicklung des Bestandes. Das Erwerbungsprofil wird regelmässig mit den Fachreferierenden gepflegt und aktualisiert.

Das Fachreferentensystem

Die Fachreferenten sind Dozierende der PHZH, die als Vertreter der Fachbereiche die inhaltliche Verantwortung für einen aktuellen, forschungs- und praxisbezogenen Bestand tragen. Sie verfügen über ein Pflichtenheft, das ihre Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen festhält. Die Fachreferierenden arbeiten eng mit den Bestandesverantwortlichen der Bibliothek zusammen und informieren sie über die aktuellen Fachentwicklungen und Projekte an der PHZH, diskutieren den Aufbau der verschiedenen Bestandessegmente und betreuen die Handbibliotheken. 

Die Dienstleistungen

Ausleihe und Rückgabe: Der Eingangsbereich ist mit einer Informationstheke und Selbstverbuchungsanlagen mit RFID ausgestattet. Die Rückgabe der Medien ist rund um die Uhr möglich, die Ausleihe – auch an Ausleihgeräten – hingegen ausschliesslich während der Öffnungszeiten.

Arbeitsplätze: Die verwinkelte Architektur der Bibliothek bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Zonen zu bilden. Die «stillen» Arbeitsplätze für individuelles Lernen befinden sich in den «Sackgassen». Gruppenarbeitsplätze sind hingegen in der Nähe des Lounge- und Zeitschriftenbereichs. Diese werden bevorzugt für Gruppenarbeiten oder interaktives Lernen genutzt. Weiter verfügt die Bibliothek über acht abschliessbare Arbeitsräume. Sie stehen den PH-Angehörigen zur Verfügung und können tage- oder wochenweise gebucht werden.

Aus dem ehemaligen Snackautomatenraum ist der sogenannte Spontanraum entstanden: eine Magnetwand, ein Flipchart und zwei hohe Tische erlauben laute Diskussionen und die Vorbereitung von Lehreinheiten oder Präsentationen. Bequeme Sitzsäcke ergänzen das Arbeitsplatzangebot und laden zum entspannten Verweilen oder Lernen ein.

Beratungsangebot: Das Bibliothekspersonal an der Informationstheke steht den Benutzenden jederzeit zur Verfügung: Es beantwortet Fragen zum Bestand oder zum Benutzungskonto, zu den Ausleihbedingungen oder zum Rechercheportal. Unsere gekennzeichneten Floorwalker versorgen die retournierten Medien in den Regalen und bieten jederzeit niederschwellige Beratungen zu allen Bibliotheksthemen an. Im Semesterbetrieb stehen Fachreferierende mit regelmässigen Sprechstunden, sogenannten Fachberatungen, allen interessierten Benutzenden wöchentlich mit Rat zur Seite.

Auf Voranmeldung können PH-Angehörige eine persönliche Rechercheberatung buchen. Diese dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten und verfolgt das Ziel, die Benutzenden in die fachspezifischen Recherchestrategien einzuführen.

In Zusammenarbeit mit dem Digital Learning Center und dem Schreibzentrum ist das Lernforum entstanden. Es bietet Beratungen, Workshops und Kurse rund um Themen wie Recherchieren, Schreiben, Video/Audio-Produktion sowie Zitieren an.

Weitere Dienstleistungen: Bei der Lounge befindet sich eine elegante, schlichte Glastafel, der Meinungsspiegel. Wie der Name erahnen lässt, können die Benutzenden ihre Meinung jederzeit hier niederschreiben oder -zeichnen. Der Meinungspiegel wird als niederschwelliger, unkomplizierter Kommunikationskanal eingesetzt. Regelmässig werden den Benutzenden auch Fragen gestellt zur Zufriedenheit über die Bibliothek, zu Anschaffungsvorschlägen oder neuen Dienstleistungen. Der Meinungsspiegel wird auch für verschiedene Tipps genutzt, zum Beispiel für Ferienlektüre.

Verbotsfreie Bibliothek: In der Bibliothek gilt implizit das Motto «Erlaubt ist alles, was nicht stört». Es wäre nicht zeitgemäss, und es würde dem Lernkonzept der PH Zürich widersprechen, Gespräche oder die Nutzung mobiler Geräte zu unterbinden. Wir zählen auf einen respektvollen Umgang der Benutzenden untereinander. Auch das berüchtigte – erlaubte – Essen und Trinken in der Bibliothek hat in den letzten zwei Jahren keine Schäden angerichtet.

Das Kundenmanagementsystem

Zuletzt möchte ich noch kurz unser neustes Projekt vorstellen, das Kundenmanagementsystem (KMS). Durch die Arbeit mit den Benutzenden an der Theke, beim Floorwalken sowie in den Beratungen erhalten wir laufend Feedback zu uns und unserer Bibliothek. Das ist ein Beweis dafür, dass wir es mit aktiven, an unserer Bibliothek interessierten Benutzenden zu tun haben. Um die wertvollen Rückmeldungen nicht versanden zu lassen, haben wir ein netzartiges System aufgebaut: Das durch unterschiedliche Kanäle eingeflossene Feedback wird zentral und übersichtlich gesammelt. Die Aussagen sollen regelmässig gebündelt, analysiert und daraus Massnahmen zur Verbesserung der Qualität entwickelt werden. Das KMS wird ab 1. Januar 2015 in Betrieb genommen.

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Biljana Mojsilovic

Leiterin der Bibliothek PH Zürich 

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Le campus de la Haute école pédagogique de Zurich se trouve près de la gare principale, au cœur même de Zurich. La nouvelle bibliothèque, qui est le fruit de la fusion des quatre anciennes médiathèques, offre de très nombreuses nouvelles possibilités de travail aux usagers. L’auteure présente dans cet article le profil d’acquisition, le système de référencement, les postes de travail et d’autres nouvelles prestations que propose la Haute école pédagogique. La description complète et détaillée de toutes les offres peut par ailleurs être consultée sur le site web de la nouvelle bibliothèque.