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2014/4 FH-Bibliotheken – eine dynamische Entwicklung!

Die Bibliothek als Lern- und Informationszentrum

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Die Bibliothek der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen, eines Departements der Berner Fachhochschule (BFH), existiert seit 1967. In den letzten Jahren hat sie sich, wie vergleichbare andere Institutionen, von einer Schulbibliothek zu einer wissenschaftlichen Hochschulbibliothek entwickelt, die nicht nur Medien-, sondern auch Lern- und Informationszentrum ist.

Von der Schul- zur Hochschulbibliothek

In den ersten Jahren wurde die Biblio- thek des 1967 eröffneten Schweizerischen Landwirtschaftlichen Technikums von der Berner Volksbücherei betreut. Wichtigste Aufgabe war die Versorgung der Internatsschüler mit allgemeinbildender und Unterhaltungsliteratur. Mit der Zeit verschob sich das Schwergewicht des Bestands in Richtung Lehrbücher und Fachliteratur; 2001 erfolgte der Beitritt zu NEBIS. Seit der Kantonalisierung der Hochschule 2012 gehören die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften und ihre Bibliothek zur Berner Fachhochschule. Mit dem Wechsel von vier Bibliotheken vom IDS Basel Bern zu NEBIS auf Anfang 2015 werden demnächst neun von elf BFH-Bibliotheken1 dem gleichen Bibliotheks- und Ausleihverbund angehören.

Erweiterung: Gebäude und Konzepte

Im Hinblick auf den Erweiterungsbau, der das zu klein gewordene und veraltete Hauptgebäude der Hochschule ersetzt, bildete sich 2008 eine hochrangige Arbeitsgruppe, die den Auftrag hatte, «Vorschläge zur Funktionalität und Einrichtung der Mediathek (Bibliothek) auszuarbeiten». Die Arbeitsgruppe beschränkte sich nicht auf bautechnische Details, sondern widmete sich nicht zuletzt konzeptionellen Fragen. Sie kam zum Schluss, dass die Bibliothek «einen neuen Geist verkörpern soll. Sie soll zu einem Lernzentrum werden, [...] wo Studierende und Mitarbeitende sich wohlfühlen, gerne lesen und studieren. Wichtiger als die Medien sind der Geist und die Atmosphäre.» Die bisherigen Mediendienste sollten durch Informationsdienste ergänzt werden, verbunden mit einer Aufstockung der personellen (und finanziellen) Ressourcen. 2011 konkretisierte sich diese Idee in einem «Grobkonzept Lern- und Informationszentrum» und mit der Ausschreibung einer zusätzlichen Stelle (als Leiter/in).

Die Bibliothek als Lern- und Informationszentrum 

Das vom neuen Leiter erarbeitete und im Mai 2012 verabschiedete Betriebskonzept hält an der bisherigen institutionellen Bezeichnung «Bibliothek» fest und argumentiert, dass heute jede zeitgemässe wissenschaftliche Hochschulbibliothek (auch) ein Lern- und Informationszentrum ist bzw. sein muss. Das 16-seitige Konzept, das von einem Mission Statement und einer neuen Benutzungsordnung begleitet wird, führt Aufgaben und Rahmenbedingungen auf, skizziert bestehende und geplante Dienstleistungen und gibt einen Überblick über die hierfür benötigten Ressourcen. Für die Jahre 2012–2014 wurden folgende Schwerpunkte gesetzt: Verbesserung der Erschliessung von E-Medien (OPAC, Intranet); Vermittlung von Informationskompetenz (hauptsächlich curricular eingebettet); reibungsloser Umzug in die neuen Räumlichkeiten im Erweiterungsbau; Verstärkung der Kunden- und Dienstleistungsorientierung.

Seit November 2012 ist die HAFL-Bibliothek im ersten Stock des Fr. 47 Mio. teuren Erweiterungsbaus (Boegli Kramp Architekten, Freiburg) in Betrieb. Der grosse Publikumsraum (270 m2) mit der Freihandbibliothek (11000 Bände und 130 Fachzeitschriften) ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet; in ihm befinden sich auch zwei Dutzend ruhige Arbeitsplätze für Studierende. Der kleine Publikumsraum (100 m2) mit 70 weiteren Zeitschriften, Abfrageterminals sowie einigen Arbeitsplätzen, an denen in gedämpfter Lautstärke gesprochen werden darf, ist für Studierende und Mitarbeitende rund um die Uhr zugänglich. Der verglaste, abschliessbare Bürobereich des Bibliotheksteams (3 Personen, 240 Stellenprozente) befindet sich dazwischen.

Bilanz

Die Entwicklung von der Schul- zur wissenschaftlichen Hochschulbibliothek ist nicht geradlinig verlaufen und in einigen Bereichen auch noch nicht ganz abgeschlossen. Gemessen an den zum Teil unrealistischen Erwartungen an die konzeptionelle Neuausrichtung fällt die Bilanz gemischt aus. Einerseits sind die Benutzungszahlen in den letzten drei Jahren markant gestiegen und die Studierendenarbeitsplätze zu Spitzenzeiten (Selbststudium, Prüfungsvorbereitung) voll belegt. Das Bibliotheksteam erhält zahlreiche Anfragen zu Literaturrecherchen und -verwaltung (Citavi) sowie zur wissenschaftlichen Literaturproduktion im weiteren Sinne – und vermag in diesen Bereichen auch kompetent zu beraten und zu unterstützen. Andererseits haben viele Dozierende die Bibliothek noch nie besucht und sind sich nicht bewusst, dass es die Bibliothek ist, die ihnen den Zugang zum grossen Angebot an Onlineressourcen ermöglicht. Insofern gilt es, die Sichtbarkeit und Präsenz der Bibliothek innerhalb der Hochschule mit innovativen Angeboten weiter zu erhöhen.

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David Zimmer

Leiter Bibliothek, BFH-HAFL, Zollikofen 

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La bibliothèque de la Haute école des sciences agronomiques, forestières et alimentaires (HAFL) à Zollikofen, l’un des départements de la Haute école spécialisée bernoise, existe depuis 1967. Ces dernières années, à l’instar d’autres institutions semblables, la bibliothèque scolaire s’est développée en une bibliothèque scientifique spécialisée devenue un lieu d’étude et de partage de l’information.