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2013/1 Privatarchive

Privatarchive im Weiterbildungsprogramm MAS ALIS der Universitäten Bern und Lausanne

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Privatarchive werden im Arbeitsalltag in Archiven und Bibliotheken marginalisiert, ihre Überlieferung ist oft lückenhaft. Sie sind – als bedeutendes kulturelles und wirtschaftliches Erbe der Schweiz – hingegen beliebt für Auswertung und Vermittlung. AbsolventInnen des MAS ALIS erproben neue Modelle der Überlieferungsbildung und Bewertung, von Erschliessung und Vermittlung am Beispiel von Privatarchiven privater Gedächtnisinstitutionen und Unternehmen der Privatwirtschaft. Der interdisziplinäre Zugang spiegelt die im Unterricht des universitären Weiterbildungsprogramms vermittelte Methodenvielfalt.

Privatarchive stehen weder im Berufsalltag der meisten ArchivarInnen und BibliothekarInnen noch im Unterricht des universitären Weiterbildungsprogramms im Zentrum. Sie bilden ein spannendes und oft unterschätztes Betätigungsfeld. Informationszentren lassen sich nicht auf öffentliche Institutionen und die Verwaltung eingrenzen. Private Archive, Spezialbibliotheken und Sammlungen sowie Informationsstellen der Privatwirtschaft sind ebenfalls auf Professionalität und kompetente MitarbeiterInnen angewiesen – neben Banken und Versicherungen bieten auch Non-Profit-Organisationen und kulturelle Institutionen anspruchsvolle Stellen für Informationswissenschafter an. Diese Institutionen besitzen Privatarchive natürlicher oder juristischer Personen oder sind selbst eigentliche Privatarchive. AbsolventInnen des MAS ALIS finden nach Abschluss des Weiterbildungsprogramms den Einstieg in eine qualifizierte Berufstätigkeit, oft auch in eine Kaderstelle. Bei den Stellen in privaten kulturellen Institutionen, in der Privatwirtschaft oder bei semistaatlichen Organisationen sind solides informationswissenschaftliches Arbeiten und fachwissenschaftliche Spezialkenntnisse gefragt. Die Nachfrage nach Studienplätzen war daher auch für den vierten Studiengang 2012–2014 ungebrochen. Das Studium wird mit einer Master- oder Zertifikatsarbeit abgeschlossen. Die Arbeiten der Studiengänge 2006–2010 sind bei hier+jetzt erschienen, die Abstracts der Abschlussarbeiten des letzten Studiengangs 2010–2012 sind über die Website des MAS ALIS einsehbar.

Privatarchive unterliegen denselben Prozessen des Lebenszyklus wie andere Unterlagen im Archiv. In vielen Bibliotheken wird diskutiert, ob Privatarchive oder andere Sammlungen bibliothekarisch zu erschliessen sind bis zum Einzeldokument oder ob eine Erschliessung in grösseren Einheiten, dem Dossier, vorzuziehen ist. Neu werden Privatarchive systematisch bewertet, die Sicherung steht zwar oft im Vordergrund – inklusive Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung –, doch zwingen beschränkte Ressourcen zu Priorisierung. Privatarchive eignen sich für die Vermittlung, da sie inhaltlich weniger spröd sind als serielle Akten und den Laien dank ihrem oft personenbezogenen Inhalt direkt ansprechen. Im Unterricht wird auf Akquisitionsstrategien und Erschliessung von Privatarchiven in den beiden Modulen zu den archivischen und bibliothekarischen Kernkompetenzen eingegangen, thematisiert werden die Auswertung und Vermittlung auch in den beiden Rahmenmodulen.

Die Abschlussarbeiten spiegeln den interdisziplinären Ansatz des Weiterbildungsprogramms und den Methodenpluralismus. Privatarchive – oft klar abgegrenzte, doch schlecht erschlossene Bestände – wurden mehrfach in Abschlussarbeiten vorgestellt. Florian Mittenhuber entwarf am Beispiel der Kartensammlung von Peter Sager in der Schweizerischen Osteuropaabibliothek ein Erschliessungskonzept für kartografische MaterialienMittenhuber, F., «Konzept für die Erschliessung und Vermittlung der (Karten-) Sammlung Peter Sager in der Schweizerischen Osteuropabibliothek (SOB)», in: Coutaz, G., Knoch-Mund, G., Toebak, P. (Hrsg.), Informationswissenschaft: Theorie, Methode und Praxis. Arbeiten aus dem MAS ALIS 2008– 2010, Baden 2012, S. 207–232.. Cynthia Schneider untersuchte Opernarchive in der SchweizSchneider, C., «Mémoire d’un Opéra. Regard sur les archives lyriques en Suisse», in: ebd. S. 233–254.und verglich sie mit ausländischen Institutionen. Damit hat sie ein Modell für einen Institutionstypus, der nur teilweise von der öffentlichen Hand finanziert wird, geschaffen. Isabelle IserIser, I., «Geschichte im Unternehmen und Unternehmen in der Geschichte», in: Coutaz, G., Knoch-Mund, G., Toebak, P. (Hrsg.), Informationswissenschaft: Theorie, Methode und Praxis. Arbeiten aus dem MAS ALIS 2006–2008, Baden 2010, S. 129–145.und Laurent ChristellerChristeller, L., «L’accès aux archives d’entreprises en Suisse. Conserver et communiquer un patrimoine entre secret et transparence» in: Informationswissenschaft 2008–2010, Baden 2012, S. 87–104.wählten einen historischen Fokus auf Unternehmensarchive der chemischen Industrie und privater Banken. Die Schreibende setzte sich mit der Mittelbeschaffung in Archiv und Bibliothek auseinanderKnoch-Mund, G., «Mittelbeschaffung für Archiv und Bibliothek. Methoden und praktische Beispiele», in: Coutaz, G., Meystre-Schaeren, N., Roth-Lochner, B, Steigmeier, A. (éd.), Actualité archivistique suisse, Travaux du certificat en archivistique et sciences de l‘information, Baden 2008, S. 218–259..

In diesem Artikel stellen vier AbsolventInnen des Studiengangs 2010–2012 ihre Arbeit kurz vor. Doch auch Ildiko Kovács und Sabine Kleiner (beide zu Fotoarchiven), Tanya Karrer (zu musealen Sammlungen), Philipp Messner (zu Archiven der Gegenwartskunst) haben sich mit Unterlagen privater Provenienz beschäftigt, während andere Masterarbeiten Unterlagen grosser Firmen oder semistaatlicher Institutionen behandeln. Martin Lüpold und Georg Schlatter Binswanger setzten sich sehr grundlegend mit der Definition, der Bewertung und Überlieferungsbildung von Privatarchiven auseinander, der Erstere mit einem weit gespannten Überblick über Wirtschaftsarchive in der Schweiz, der Letztere am Beispiel der Erschliessung eines einzelnen Privatarchivs. Gabriella Hanke Knaus untersuchte mit Musikhandschriften Spezialbestände eines Klosters, Anne Zendali Dimopoulos stellt die grundsätzliche Frage nach dem persönlichen Archiv und erarbeitete eine Handreichung für Privatpersonen.

Eine Publikation ausgewählter Masterarbeiten des Studiengangs 2012–2014 in längeren Artikeln ist in Planung. Erstmals ist neben dem Buch eine elektronische Publikation vorgesehen. Es ist das Ziel des MAS ALIS, Studierende für Fach- und Führungsfunktionen auszubilden und die Ergebnisse ihrer theoretisch fundierten, an der Praxis orientierten, wissenschaftlichen Arbeit mit der interessierten Fachwelt zu teilen.

Privatarchive. Theorie und Praxis am Beispiel der Bircher-Benner-Bestände. Georg Schlatter, Dr. phil., Zürich

Die Studie untersucht die Charakteristika von Privatarchiven, ihre theoretischen Grundlagen und deren Praxisrelevanz. Da der Begriff «Privatarchiv» in unterschiedlichen Zusammenhängen Verwendung findet, wird zuerst nach dessen Bedeutungsgehalt gefragt. Trennscharf ist die Unterscheidung in staatliche und nichtstaatliche Provenienz. Nebst diesem Gegensatz rechtlicher Zuständigkeiten steht der Begriff aber noch in weiteren Oppositionspaaren, die herausgearbeitet werden.

Die Beschäftigung der Archive mit privaten Unterlagen ist als Resultat einer historischen Entwicklung zu charakterisieren. Die entstehende Konkurrenz zwischen Archiv und Bibliothek entwickelt sich zwangsläufig aus den Tätigkeiten beider Institutionstypen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.

Da es kaum geschlossene Ansätze zu einer Theorie für Privatarchive im Sinne eines konsistenten Kategoriensystems gibt, diskutiere ich Rob FishersIn Search of a Theory of Private Archives. The Foundational Writings of Jenkinson and Schellenberg Revisited, in: Archivaria 67, 2009, S. 1–24. 

Ansatz: Er artikuliert auf der Basis der Theorien von Jenkinson und Schellenberg mit dem Prinzip der Provenienz und dem Konzept der Evidenz Grundpfeiler einer solchen Theorie und entwickelt konstitutive definitorische Elemente für Privatarchive.

Überlegungen zur Auswertungsoffenheit schliessen sich in meiner Studie an, da Privatarchive (insbesondere Personennachlässe) gegenüber Behördenarchiven in der Tendenz weniger strukturiert und daher dem arbiträren Charakter von Ordnungshandeln besonders ausgesetzt sind.

An den von mir bearbeiteten Beständen um Max Bircher-Benner im Archiv des Medizinhistorischen Instituts Zürich werden die vorher ausgeführten theoretischen Konzepte im zweiten Teil meiner Studie auf ihre Anwendbarkeit geprüft und im Praxistransfer konkret angewandt, einschliesslich der Behandlung von Fotografien als einem besonderen Quellentyp.

Ein Dokumentationsprofil für Wirtschaftsarchive in der Schweiz Martin Lüpold, Dr. phil., Basel

Die Bewertung gilt als Kern der Archiv- wissenschaft. Die Frage «Was archivieren?» stellt sich gerade bei Privatarchiven schon vor der Übernahme konkreter Unterlagen ins Archiv. Hier muss auf der Makroebene geklärt werden, von welchen Körperschaften oder Personen Unterlagen übernommen werden, um unsere Lebenswelt in möglichst vielen Facetten zu dokumentieren. Angesichts der massiven Bedeutung des Ökonomischen sind Firmenarchive eine wichtige Art von Privatarchiven, und gerade hier muss die Überlieferung verbessert werden. Es müssen nicht nur mehr, sondern auch repräsentative Bestände gesichert werden, und dies auf eine zielführende Art und Weise.

Das Dokumentationsprofil, wie es die deutschen KommunalarchiveBundeskonferenz der Kommunalarchive beim deutschen Städtetag, Unterausschuss Überlieferungsbildung: Arbeitshilfe – Erstellung eines Dokumentationsprofils für Kommunalarchive. In: Der Archivar 62 (2/2009), 122– 132. URL: www.bundeskonferenz-kommunal-archive.de/empfehlungen/Arbeitshilfe_Dokumentationsprofil.pdf.entwickelt haben, ist ein Instrument, um die Suche nach wichtigen Aktenbildnern ausserhalb der Sphäre von Politik und Verwaltung zu strukturieren. Bezogen auf Firmenarchive in der Schweiz geht es darum, aus einer sechsstelligen Zahl von kleinen bis grossen Unternehmen die relevanten auszuwählen und die Vielfalt der Branchenstruktur in ihrem historischen Verlauf abzubilden. So werden im Sinne von Provenienz alle Funktionen des Wirtschaftslebens berücksichtigt.

Ein Dokumentationsprofil für Wirtschaftsarchive vergleicht die Überlieferungssituation mit der historischen Branchenstruktur. So ergibt sich eine solide Ausgangslage etwa bezüglich Textilindustrie oder Finanzbranche. Gerade in jüngeren Wirtschaftszweigen – Luftfahrt, Telekommunikation oder Softwareindustrie – gibt es aber Lücken. Um diese Lücken zu füllen, braucht es eine Memopolitik der Wirtschaftsarchive. Diese umfasst die Formulierung von Prioritäten sowie ein vernetztes Vorgehen von staatlichen Archiven, Spezialarchiven, Unternehmensarchiven, VSA und historischer Forschung. Sodann muss das Bewusstsein für die Bedeutung von Wirtschaftsarchiven gestärkt werden, vor allem bei den Entscheidungsträgern der UnternehmenAls mögliches Vorbild siehe www.managing-businessarchives.co.uk, vgl. hierzu Ritchie, Alex: Taking forward the national strategy for business archives. In: Business Archives (2010), 53–58., und es sollten Anreize und gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Unternehmen zum bewussten Umgang mit ihren wertvollen historischen Unterlagen zu motivieren. 

Klösterliche Musiksammlungen – Privatarchive als Speicher des eigenen kompositorischen Schaffens und als Speicher interkultureller Prozesse Gabriella Hanke Knaus, Dr. phil., Bern

Im Kontext der Archiv- und Bibliothekslandschaft Schweiz weisen die privaten Musiksammlungen der Benediktinerinnen- und Benediktinerklöster ein einzigartiges Sammlungsprofil auf: Sie überliefern das eigene musikalische Schaffen (Kompositionen von Klosterkomponistinnen und Klosterkomponisten) wie auch die Rezeption neuer musikalischer Entwicklungen in Form zeitgenössischer klösterlicher Abschriften. Das eigene musikalische Schaffen ist bestimmt durch das monastische Chorgebet, in dessen benediktinischer Ausprägung der Musik ein herausragender Stellenwert«Siebenmal am Tag singe ich dein Lob.» (Regel des Heiligen Benedikt, Kapitel 16).zugemessen wird. Die Rezeption neuer musikalischer Entwicklungen erklärt sich durch den klösterlichen Bildungsauftrag, der seit der Frühneuzeit als umfassende humanistische Bildung charakterisiert ist; in ihr wird Musik gelehrt und gelernt durch Komposition (Produktion), Interpretation (Rezeption) und Sammeln der Dokumente einer nach Italien, Deutschland und Österreich ausgerichteten Musikpflege. Dieses Sammlungsprofil wird in der Musiksammlung des Benediktinerklosters Mariastein durch die handschriftliche und gedruckte Überlieferung der Werke von Mariasteiner Konventualen ebenso sichtbar wie in den zahlreichen Abschriften von Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph und Michael Haydn aus dem frühen 19. Jahrhundert: Diese Zeugnisse einer ausserordentlich frühen Rezeption sind einerseits zum Zweck der Aufführung erstellt worden, andererseits aber auch zum Zweck der Ergänzung der Musiksammlung, die durch die Besetzung und Plünderung des Klosters durch französische Revolutionstruppen 1798 erhebliche Verluste erlitten hatte.

In der Doppelfunktion als Speicher des eigenen kompositorischen Schaffens und als Speicher interkultureller Prozesse behält die Mariasteiner Musiksammlung, die zurzeit neu aufgebaut und erschlossen wird, bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Funktion einer Memorialstätte, währenddessen sich Bibliotheken zunehmend zu wissenschaftlichen Gebrauchsbibliotheken für fachspezifische Forschungen entwickelnWalter, Axel E. «Der Untergang von Bibliotheken und seine Spuren im kulturellen Gedächtnis», in: Fischer, Erik (Hrsg.), Musik- Sammlungen – Speicher interkultureller Prozesse, Berichte des interkulturellen Forschungsprojekts «Deutsche Musikkultur im östlichen Europa», Stuttgart 2007, S. 31.

La conservation des documents personnels et familiaux. Travail scientifique en vue de l’édition d’un petit guide

Anne Zendali Dimopoulos, lic. ès Lettres, Genève

Nous produisons ou recevons tous les jours des documents de toutes sortes: factures, contrats, feuilles de salaire, relevés bancaire1. Parfois des actes notariés, mais aussi des cartes postales, des lettres. Ajoutons à cela des courriels, des vidéos et des photographies numériques.

Nous sommes donc tous confrontés à l’accumulation de ces témoins et supports de la vie quotidienne. Qui ne s’est pas demandé au moins une fois ce qu’il devait en faire? Dois-je conserver mes fiches de salaire et, si oui, combien de temps?

La destruction de pièces est un geste irréversible dont les conséquences peuvent être regrettables. Il importe donc de bien organiser et classer ces documents de manière, aussi, à les retrouver facilement. Une dimension supplémentaire entre encore en ligne de compte lorsqu’il s’agit de trier et réfléchir au sort final de certains d’entre eux, c’est l’importance à documenter sa vie personnelle et familiale dans une forme de construction mémorielle de soi. 

La démarche scientifique résumée ici consiste à proposer une organisation intellectuelle de ses documents en les classant facilement par sujet. L’expertise archivistique et la méthodologie présentées donnent des clés à chacun pour le guider dans l’évaluation de ses papiers, en proposant des typologies documentaires s’inscrivant dans le cadre d’un plan de classement. Au regard du droit privé et des recommandations faites en termes de délais de prescription, l’expertise formule des durées de conservation. Le sort final recommandé reste toutefois un choix personnel lié aux intérêts propres et aux besoins pressentis.

Finalement, chacun pourra constituer un fonds familial, ou plus simplement une série de documents pour laisser un héritage et étoffer les recherches des généalogistes.

Cet outil méthodologique est une force de proposition destinée aussi à l’archiviste qui traite les fonds d’archives personnelles acquis, fragments constitutifs de la mémoire collective.

C’est plus particulièrement le cas dans un contexte où la biographie connaît un véritable renouveau. L’histoire d’une famille débouche sur l’histoire sociale, celle des structures économiques sur celle des mentalités. L’extrême diversité de la composition des archives familiales ouvre des horizons souvent imprévus a priori.

L’archivistique n’est pas une «science des informations» ou n’est pas que cela, mais elle a un contenu bien plus large2. Elle gagne une dimension mémorielle et cognitive parce qu’elle englobe des éléments de l’inconscient individuel et collectif.

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Gaby Knoch-Mund

Dr. phil., Studienleitung MAS ALIS Universitäten Bern und Lausanne 

  • 1 Bibliothèque et Archives Nationales du Québec. A l’abri de l’oubli – Petit guide de conservation des documents personnels et familiaux. Québec: 2008.
  • 2 Lodolini, E., Le respect des fonds en archivistique, principes théoriques et problèmes pratiques [en ligne]. Gazettes des Archives, n°168, Paris, 1995, p. 201–212.

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Le programme de formation continue en archivistique, bibliothéconomie et sciences de l’information des universités de Berne et de Lausanne offre des études interdisciplinaires dans un environnement multilingue. Un travail de certificat ou un mémoire de maîtrise concluent la formation. Les travaux des premières volées ont été publiés sous forme d’ouvrage, des comptes rendus sont accessibles sur le site web du MAS ALIS. Les travaux présentés ici mettent au centre les archives privées. Elles sont étudiées avec des définitions, des propositions pour la constitution de la mémoire, l’évaluation et la description archivistique. Cela conduit à une politique de la mémoire de la vie privée – qu’il s’agisse des archives de l’économie privée, des archives spécialisées avec leurs types de documents variés, les archives de personnalités de la vie publique ou de simples individus. La discussion sur la coordination dans la constitution de la mémoire privée en Suisse, ainsi que la poursuite du développement de la réflexion théorique font partie intégrante des principes de base en archivistique, bibliothéconomie et sciences de l’information du programme MAS ALIS.