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Digitale Dienstleistungen als Herausforderung in I&D

2009 / 3
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2009 / 3 Inhaltsverzeichnis

Das Presseecho rund um Google Books sowie die aussergerichtlichen Vergleiche zwischen Google und den amerikanischen Verlegern rückt die Frage ins Zentrum: Was haben die Bibliotheken auf dieser Seite des Atlantiks der sich abzeichnenden Entwicklung entgegenzusetzen? Im vorliegenden Heft wird versucht, eine Momentaufnahme der laufenden Projekte in der ABD-Landschaft Schweiz zu zeichnen:

Web 2.0, das gegenwärtig in aller Munde ist, bietet den Bibliotheken die Möglichkeit, ihre Kunden aktiv in ihre Aktivitäten einzubinden, sei dies mit einem Facebook-Profil oder mit einem Web 2.0-basierten OPAC. Der Kostendruck seitens der wissenschaftlichen Verlage auf die wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz ist anhaltend und hat unter anderem dazu geführt, dass einige Universitäten eigene Open-Access-Plattformen geschaffen haben. Nicht zuletzt durch das sich verändernde Suchverhalten der Kunden sind die ABD-Institutionen gezwungen, sich an die neuen Nutzerbedürfnisse anzupassen, die da sind: Service rund um die Uhr, direkter, digitaler Zugriff auf den Bestand etc. Ein Paradebeispiel ist die Onleihe, welche schon von einigen Bibliotheken in der Schweiz und in Deutschland angeboten wird. Die Archive ihrerseits machen nun erste Schritte hin zur digitalen Anbietung ihre Bestände; hier sei auf das im Heft erwähnte Beispiel des Archivs des Kantons Waadt hingewiesen.

Durch diese neuen Angebote erschliessen sich neue Kundengruppen, welche nicht um die Existenz von ABD-Institutionen wissen oder sie zumindest nicht aktiv nutzen. Um auch solche Kunden, die in der Regel hauptsächlich Google und Wikipedia nutzen, mit verlässlichen Informationen zu versorgen, sind wir aufgrund unseres Auftrags verpflichtet, diesen Trends zu folgen.

Jede Entwicklung hat aber auch ihre Kehrseiten: Immer häufiger findet der direkte Kundenkontakt nur noch online statt, ausserdem besteht die Gefahr einer Nivellierung der Dienstleistungen auf standardisierte Services im Netz. Diese Entwicklung führt unter anderem zu einer direkteren Konkurrenz unter den ABD-Institutionen. Aus Kundensicht stellt sich jedoch die Frage, ob dies wirklich nur nachteilig ist.

Durch die neuen digitalen Möglichkeiten, der Bibliothek ein Feedback zu geben, ergibt sich eine Win-win-Situation für beide Seiten, welche auch zu einer verstärkten Kundenbindung führen kann. Wir möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um Feedback zu diesem oder anderen Themenheften zu bitten, da auch wir als Redaktion wissen müssen, was unsere LeserInnen interessiert. Schreiben oder mailen Sie uns doch Ihre Meinung und Ihre Wünsche. Auch Vorschläge zur Themengestaltung zukünftiger Hefte würden uns freuen. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre!

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Directeur des Archives cantonales vaudoises