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2007/2 New Library World – Was gibt es Neues in den schweizerischen Bibliotheken?

Gesucht – gefunden? Untersuchungen zur Recherchekompetenz bei Studierenden in einer wissenschaftlichen Bibliothek

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Informations-, Medien- und Lesekompetenzen gelten als Schlüsselkompetenzen sowohl für den Ausbildungserfolg in Schule, Berufsbildung oder Hochschule als auch für den längerfristigen Bildungsweg. Die Stefi-Studie im Jahre 2001 (Stefi (Studieren mit elektronischen Fachinformationen). Vgl. URL: http://www.stefi.de/ ,zuletzt besucht am 23.4.2007) zeigte eine ernüchternde Bilanz: Die Informationskompetenz von Studierenden sei unzureichend und Studierende würden sich im Informationsangebot nicht zurechtfinden.

Im letzten Jahr wurde eine wissenschaftliche StudieBrändli, Lilian: Gesucht – gefunden? Untersuchungen zur Recherchekompetenz bei Studierenden in einer wissenschaftlichen Bibliothek. In: Herget, J; Hierl, S. (Hrsg.): Churer Schriften zur Informationswissen- schaft. Chur, 2007.als Pretest ausgearbeitet, welche die Recherchekompetenz von Studierenden aus ausgewählten Studiengängen in einer wissenschaftlichen Bibliothek (durchgeführt an der Universität Basel) untersuchte. Die Ergebnisse dieser Studie bieten gute Hinweise darauf, dass sich die Recherchekompetenz von Studierenden seit der Stefi-Studie zum Positiven gewandelt hat. Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung aufgeführt und mit möglichen Optimierungsvorschlägen für Bibliotheken ergänzt.

Verschiedene Bereiche von Kompetenzen im Umgang mit Informationen

In der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft wird den Fähigkeiten, die für die Nutzung von und den Umgang mit Informationen, Informations- und Kommunikationsmitteln notwendig sind, eine zentrale Bedeutung eingeräumt. Dafür existieren verschiedene spezifische Kompetenzen, wie bspw. die Kompetenz zur Lesefähigkeit, zur Selektion der wichtigsten Informationen und zur Nutzung der neuen Informations- und Kommunikations- Techniken und -Medien. Die Begriffe Lesekompetenz, Informations- oder Medienkompetenz sind bekannt und viel diskutiert.

Bei der Vermittlung dieser Kompetenzen spielen die Bibliotheken eine wichtige Rolle, denn sie sind nach Lux und Sühl-Strohmenger die Kompetenzzentren im Netzwerk des LernensLux, Claudia; Sühl-Strohmenger, Wilfried (2004): Teaching Library in Deutschland. Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz als Kernaufgabe für Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken. (B.I.T. online – Innovativ; Bd. 9). Wiesbaden. S. 13.. In Amerika und Deutschland hat sich die Erkenntnis um die Wichtigkeit dieser Kompetenzen in Bildung, Wissenschaft und Politik implementieren können. Auch in der Schweiz sind in den letzten Jahren Bestrebungen erfolgt, die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz im Studium oder in Bibliotheken zu verankern.

Im Rahmen des vorgestellten Pretest wurde im Speziellen die Recherchekompetenz untersucht. Diese wurde aus den angrenzenden Kompetenzen wie Lese-, Informations- und Medienkompetenz abgeleitet und für die Untersuchung wie folgt definiert.

Recherchekompetenz gliedert sich in vier Hauptkompetenzen:

– Instrumentelle Kompetenz

– Medienspezifische Kompetenz

– Informations-analytische Kompetenz

– Methodische Kompetenz

Bei der instrumentellen Kompetenz werden die Kenntnisse der aktuellen Entwicklungen sowie das Beherrschen von Hard- und Softwareanforderungen dazugezählt.

Medienspezifische Kompetenz beinhaltet die Kenntnis der zur Verfügung stehenden Informationsträger und -systeme (wie bspw. Fachdatenbanken, Bibliothekskataloge, Internet usw.) sowie die Kenntnis dieser Systeme in Bezug auf Inhalt und Zweck.

Mit der informativ-analytischen Kompetenz kann Informationsbedarf erkannt und definiert werden, können Art und Umfang der Information überprüft, Zweck und Adressat der Informationsquellen identifiziert, Unterscheidungen zwischen Primär- und Sekundärquellen gemacht sowie Kosten und Nutzen bei der Beschaffung von Informationen erkannt werden.

Und schliesslich können mit der methodischen Kompetenz die am besten geeigneten Untersuchungsmethoden und Informationssysteme ausgewählt, effektiv gestaltete Suchstrategien konstruiert sowie verfeinert und die gesuchten Informationen verwaltet werden.

Vermittlung von Recherchekompetenz

Inwieweit können Bibliotheken bspw. mittels Benutzerschulungen die Studierenden über ihr Angebot an Dienstleistungen informieren und für die Wichtigkeit der Kenntnis von Informationssystemen sowie von Recherchetechniken sensibilisieren? Fachpersonen, die sich mit der Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz beschäftigen, sind der Meinung, dass diese vor allem dann erfolgreich ist, wenn sie ein integraler Bestandteil der Hochschulausbildung ist. Die Vermittlung soll nicht als isolierte Dienstleistung angeboten werden, sondern in Kooperation mit Schulen und Bibliotheken geplant und wenn möglich ins Curriculum integriert werden.

In den letzten Jahren sind in der Schweiz im Bibliotheksbereich in einzelnen Hochschulen Ansätze von Methoden zur Vermittlung von Informationskompetenz entwickelt worden (bspw. Kantonsbibliothek Freiburg, Universität Genf, Hauptbibliothek der Universität Zürich usw.).

Weiterführende Angaben und Ziel der Untersuchung

Die Aufgabenstellung der Untersuchung ist aus der Frage entstanden, ob und wie die Recherchekompetenz der Studierenden im Zusammenhang mit der Bibliotheksnutzung gemessen und – im Fall von Defiziten – verbessert werden kann. Das Untersuchungsziel setzte sich demzufolge aus folgenden Hauptfragen zusammen:

– Wie ist die Qualität der Recherchekompetenz? Ist es generell möglich, Recherchekompetenz zu messen?

– Gibt es Unterschiede der Recherchekompetenz von Studierenden mit und ohne Benutzerschulung?

– Kann die Teilnahme an Benutzerschulungen einen qualitativen Einfluss auf die Recherchekompetenz der Studierenden ausüben?

– Wie ist die Einschätzung der Studierenden zu ihrer Recherchekompetenz?

Die zu untersuchende Recherchekompetenz wurde auf die Recherche-Bedingungen und auf das Dienstleistungsangebot der elektronischen Informationssysteme der Universität Basel eingegrenzt. Das Vermitteln von Recherchetechniken im Internet ist nicht Teil von Benutzerschulungen an der Universität Basel und wurde somit in der Untersuchung nicht getestet.

Gemäss Untersuchungsziel wurden Studierende von Studiengängen ausgewählt, die im Rahmen ihres Studiums an einer Benutzerschulung teilgenommen haben und solche, die keine Schulung besucht haben (Studiengänge Medizin, Geschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Basel).

Die Studiengänge unterscheiden sich wie folgt voneinander: Im Medizinstudium ist die Benutzerschulung im Curriculum integriert und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Die Fakultät Geschichte organisiert für ihre Studierenden im ersten Semester fakultative Einführungsveranstaltungen in die Bibliotheksbenutzung. Der Studiengang der Rechtswissenschaft bietet keine Schulungen an und die Studierenden eignen sich das Recherchieren in den Informationssystemen der Universität Basel autodidaktisch an.

Als Untersuchungsform wurde die Einzelfallstudie gewählt mit dem Ziel, diese Studie als Pretest für nachfolgende Untersuchungen nutzen zu können. Die Untersuchung setzte sich aus zwei unterschiedlichen Erhebungsinstrumenten zusammen, nämlich einer mündlichen Befragung und einem Beobachtungsteil. Dieser Methodenmix diente bei der Studie einer Überprüfung des Soll-Ist-Vergleiches. In der Befragung wurden Fragen zur Überprüfung der von den Hauptfragen abgeleiteten Thesen gestellt und in der anschliessenden Beobachtung erfolgte anhand von Recherche-Übungen der eigentliche Test der Recherchekompetenz der Studierenden.

Die Untersuchung wurde im August 2006 an der Universitäts- und Medizinbibliothek Basel durchgeführt. Es wurden insgesamt 30 Studierende von den oben aufgeführten Studiengängen befragt und beobachtet. Die Studierenden wurden in der Universitäts- und Medizinbibliothek angesprochen und in den Räumlichkeiten der jeweiligen Bibliotheken befragt und bei der Recherche beobachtet.

Ergebnisse der Untersuchung

Ein zentrales Ergebnis der gross angelegten Stefi-Studie im Jahre 2001 lautet, dass die Informationskompetenz der meisten Studierenden zur Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Information unzureichend ist. Im Gegensatz zu den erwähnten Befunden der Stefi-Studie lässt sich als zentrales Ergebnis dieser Studie festhalten, dass die Recherchekompetenz der getesteten Studierenden im Allgemeinen «genügend» bis «sehr gut» ist. Geschichts-Studierende mit einer Benutzerschulung und aktiver Recherchetätigkeit verfügen über die beste Recherchekompetenz. Medizinstudierende mit obligatorischer Benutzerschulung und wenig Recherchetätigkeit sowie Studierende der Rechtswissenschaften mit fehlender Benutzerschulung, aber häufiger Recherchetätigkeit schneiden beide mit einer vergleichbaren Wertung ab. So belegen die Auswertungen der vorgestellten Studie, dass die Qualität der Recherchekompetenz bei den ProbandInnen vorrangig auf zwei Faktoren zurückzuführen ist:

– Teilnahme an einer Benutzerschulung der Universitätsbibliothek oder der Medizinbibliothek in Basel

– Längere eigene Recherche-Tätigkeit während dem Studium

Die Qualität der Recherchekompetenz konnte zwar in der Erhebung gemessen und verglichen werden, allerdings muss für eine weiterführende Untersuchung die Bewertung der Kompetenzen differenzierter gemessen werden. Defizite sind vor allem bei der instrumentellen Kompetenz zu beobachten.

Eindeutig geht aus den Befragungen auch hervor, dass Studierende gegenüber Benutzerschulungen sehr positiv eingestellt sind und diese mehrheitlich als wichtig bis sehr wichtig bewerten. Allerdings würden Studierende Benutzerschulungen nicht als obligatorische Schulungen einführen. Die negative Haltung gegenüber einer obligatorischen Benutzerschulung könnte mit dem Erfolg beim Recherchieren zusammenhängen. Bei der Befragung gibt die Mehrheit der Studierenden an, dass sie bei Recherchen im Bibliothekskatalog IDS BS/BE fast immer bis immer erfolgreich sind. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Studierenden mit ihren Rechercheergebnissen zufrieden sind und sie damit ihr Studium erfolgreich bestreiten können.

Bestätigt wird die Aussage, dass Einführungen in Informationskompetenz nur dann sinnvoll sind, wenn sie einen praktischen Bezug zum Studium haben. Bei der Befragung haben die meisten Studierenden praktische Übungen in Benutzerschulungen als sehr wichtig bewertet. Zudem gaben einzelne Studierende an, dass sie Benutzerschulungen nicht gleich zu Beginn des Studiums wünschten, sondern erst zu dem Zeitpunkt, wenn ein konkretes Informationsbedürfnis bestehen würde. Als weiteres sehr wichtiges Element bei Benutzerschulungen bewerten die Studierenden motiviertes Schulungspersonal.

Im Allgemeinen haben sich die Studierenden in ihrer Recherchekompetenz tendenziell tiefer eingeschätzt. Eine Ausnahme bildet die instrumentelle Kompetenz, welche von allen Studierenden höher eingeschätzt wurde. Somit kann davon ausgegangen werden, dass sich die Studierenden der Komplexität bei Recherchen bewusst sind und um ihre Defizite wissen.

Internet-Recherchen waren in der vorliegenden Studie nicht Gegenstand der Untersuchung. Es wurden lediglich Recherchen untersucht, die mit Hilfe der verschiedenen an der Universität Basel zur Verfügung stehenden Informationssystemen getätigt werden können. Verschiedene Reaktionen der ProbandInnen haben aber gezeigt, dass Studierende auch für Literaturrecherchen das Internet (Suchmaschine Google) bevorzugen würden. Ihre Recherchetechnik im Bibliothekskatalog IDS BS/BE war auch ähnlich wie bei «Google-Recherchen». Es wurde hauptsächlich die Feld-Suche anstelle der spezifischen Index-Suche gewählt. Die Studierenden hatten bei Recherchen somit eine grosse Treffermenge von unterschiedlicher Relevanz durchzusehen und verloren damit Zeit.

Somit kann ein weiteres zentrales Ergebnis der Stefi-Studie bestätigt und ergänzt werden. Das Internet ist zum Informationsmedium Nummer 1 geworden und wird mithilfe der Suchmaschine Google zunehmend auch für Literaturrecherchen genutzt.

Handlungsbedarf und Handlungskonzepte

Einbindung der Benutzerschulungen in die Curricula: Wie die Ergebnisse der vorliegenden Studie gezeigt haben, wurden im Allgemeinen keine gravierenden Mängel der Recherchekompetenz bei den Studierenden festgestellt, so dass nicht von einem Notstand oder einem akuten Handlungsbedarf ausgegangen werden muss. Werden die Ergebnisse der vorgestellten Studie betrachtet, hat die obligatorische Benutzerschulung zwar Einfluss auf die Qualität der Recherchekompetenz, diese ist jedoch nicht besser bei Studierenden, die eine fakultative Benutzerschulung besucht haben.

Schliesslich haben die Ergebnisse gezeigt, dass vielmehr die bedarfsgerechte Nutzung für die Qualität der Recherchekompetenz entscheidend ist. So kann eine Einbindung der Vermittlung von Recherchekompetenz in Curricula empfohlen werden, im Wissen darum, dass jedoch nicht die Benutzerschulung alleine für die Qualität der Recherchekompetenz verantwortlich ist.

Studierende finden Einführungsveranstaltungen zwar wichtig, sie würden es allerdings begrüssen, wenn zu einem späteren Zeitpunkt des Studiums (nach Bedarf ) Benutzerschulungen angeboten würden, die inhaltlich ausführlicher und vertiefter sind. In Einführungsveranstaltungen soll es primär darum gehen, das Informationsangebot kennenzulernen und über die Möglichkeiten der Bibliotheksnutzung oder der instrumentellen Nutzung zu informieren und weniger darum, bereits komplexe Suchstrategien und Einführungen in thematische Recherche zu vermitteln. Den Studierenden soll sozusagen das «Rüstzeug» vermittelt werden, damit sie das Informationsangebot nutzen und eigene Erfahrungen machen können. Zudem kann in diesen Einführungsveranstaltungen auf weiterführende Schulungen hingewiesen werden. Die Einführungsveranstaltungen sollen wenn möglich in Lehrveranstaltungen eingebaut werden. Die Veranstaltung soll empfohlen, jedoch nicht obligatorisch sein. Jährlich Einführungsveranstaltungen für alle Studierenden der ersten Semester zu organisieren und durchzuführen, ist für Universitätsbibliotheken ein grosser Zeit- und Personalaufwand. Hier könnten Kooperationsmodelle mit dem Institutspersonal in Betracht gezogen werden.

Benutzerschulungen nach Bedarf: Die Ergebnisse der Umfrage haben gezeigt, dass Studierende Benutzerschulungen wünschen, wenn sie einen konkreten Informationsbedarf (bspw. Semesterarbeit) haben. Zudem bewerten sie praktische Übungen in Benutzerschulungen mehrheitlich als sehr wichtig. Das bedeutet, dass die Nachfrage stark von der Struktur und den Aufgaben der Studiengänge abhängig ist. Somit ist eine erste Voraussetzung, dass eine Zusammenarbeit mit den Fakultäten angestrebt werden muss, die es ermöglicht, über die Nachfrage informiert zu werden. Der Inhalt der Schulungen sollte in Zusammenarbeit mit den Assistierenden oder Dozierenden der Fakultäten ausgearbeitet werden.

Letztendlich geht es aber neben einer guten Zusammenarbeit mit der Fakultät auch darum, das Angebot an Schulungsaktivitäten einer Bibliothek professionell zu gestalten und zu vermarkten. Als überzeugendes Beispiel kann das Angebot der Website BIBLIO der Kantonsbibliothek Freiburg genannt werden1. Thomas Henkel von der Kantonsbibliothek Freiburg hat dieses Angebot bereits in der arbido- Ausgabe Nr. 3 von 2005 vorgestellt. Die Präsentation der Website BIBLIO wirkt übersichtlich und überzeugend. Mithilfe dieser professionellen Darstellung gewinnen die Veranstaltungen an Wichtigkeit und Überzeugungskraft. So betonten auch Lux und Sühl-Strohmenger die Notwendigkeit von Marketing sowohl im Hinblick auf die Positionierung der Bibliothek als Informations-, Lern- und Medienzentrum als auch im Speziellen auf das Angebot an Schulungsaktivitäten. In ihrer Publikation «Teaching Library in Deutschland» führen Lux und Sühl-Strohmenger gelungene Beispiele von Internetauftritten mit unterschiedlichen Präsentationen der Einführungs- und Kursangebote auf2. Eine weitere Möglichkeit der Präsentation von Schulungen könnte mithilfe von Fotos oder persönlichen Statements des Schulungspersonals erfolgen, mit dem Ziel, Schulungen zu personalisieren und damit die Kunden auf einer persönlichen Ebene anzusprechen.

Internetrecherchen: Das Internet gehört für Studierende auch bei Literaturrecherchen immer mehr zu den wichtigen Informationssystemen. Studierende wiesen darauf hin, dass sie immer häufiger brauchbare Informationen für ihr Studium im Internet finden würden. Bis anhin wurden in Benutzerschulungen hauptsächlich Recherchetechniken für Bibliothekskataloge und vorhandene elektronische Zeitschriften oder Fachdatenbanken vermittelt. Was in Weiterbildungskursen von InformationsspezialistInnen zahlreich angeboten wird, nämlich Recherchekurse für das Internet, hat in Bibliotheken noch nicht Einzug gefunden. Da die Vermittlung von «Internetkompetenzen» aufgrund ihres Umfangs jedoch kaum Platz in Benutzerschulungen finden wird, sollte diese als eigene Informationsveranstaltung oder in Lehrveranstaltungen durchgeführt werden.

Online-Tutorials und eLearning-Module:

Die Ergebnisse der vorgestellten Studie entsprechen nicht dem allgemeinen Trend der Nutzung von Online-Tutorials. Von den befragten Studierenden hat nur gerade ein Studierender die Online-Hilfe in Form eines Online-Tools benutzt. Hier müsste weiter untersucht werden, welche Gründe für die Nichtnutzung (fehlender Bedarf, Ablehnung von Tutorials, Qualität der Tutorials etc.) eine Rolle spielen.

Rolle der BibliothekarInnen: Für die befragten Studierenden ist motiviertes Schulungspersonal ein wichtiges Element bei Benutzerschulungen. Im übertragenen Sinn bedeutet dies, dass die Art und Weise, wie eine Schulung vom Bibliothekspersonal präsentiert wird, wesentlichen Einfluss auf die Zufriedenheit der Benutzer ausüben kann. Wie motiviert eine Bibliothekarin oder ein Bibliothekar ist, Benutzerschulungen durchzuführen, hängt einerseits von der Persönlichkeit und andererseits vom Kenntnis- und Informationsstand jedes und jeder einzelnen ab. Dies bedeutet für die BibliothekarInnen ein kontinuierliches sich Weiterbilden in neuen Informationskompetenzen und didaktischen Fähigkeiten: inhaltlich in Bezug auf die Evolution der Informationsträger und -systeme und formal in Bezug auf didaktische und methodische Fähigkeiten.

Fazit und Ausblick

Entgegen den Befürchtungen von Informationsfachleuten steht es also nicht so schlecht um die Recherchekompetenz von Studierenden. Spannend wäre eine weiterführende Studie, die diesen Wissenszuwachs untersuchen würde. Haben Studierende mit dem alltäglichen Umgang des Internets und mit Recherchen mithilfe von Internet-Suchmaschinen an Recherchekompetenz gewonnen oder zeigen vielmehr Bestrebungen, Recherchetechniken in den verschiedenen Datenbanken zu vereinfachen, erste positive Auswirkungen? Recherchekompetenz ist nur eine der Kompetenzen, die heute für die Nutzung und den Umgang mit Informationen, Informations- und Kommunikationsmitteln notwendig sind. Dennoch ist kompetentes Recherchieren ein gutes Rüstzeug für die Nutzung von Informationen und so kann man sich den Ergebnissen der Studie zufolge über den neuen möglichen Trend nur freuen. 

Das in diesem Artikel behandelte Thema basiert auf einer Publikation in der Churer Schriftenreihe zur Informationswissenschaft. Die vollständige Publikation steht langfristig zum kostenlosen Download auf www.informationswissenschaft.c... > Top Links > Churer Schriften zur Verfügung unter folgendem Titel: Lilian Brändli: Gesucht – gefunden? Untersuchungen zur Recherchekompetenz bei Studierenden in einer wissenschaftlichen Bibliothek.

LITERATUR

–  Brändli, Lilian: Gesucht – gefunden? Untersuchungen zur Recherchekompetenz bei Studierenden in einer wissenschaftlichen Bibliothek. In: Herget, J; Hierl, S. (Hrsg.): Churer Schriften zur Informationswissenschaft. Chur, 2007. PDF-Datei unter http://www.informationswissens... > Top Links > Churer Schriften

–  Lux, Claudia; Sühl-Strohmenger, Wilfried (2004): Teaching Library in Deutschland. Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz als Kernaufgabe für Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken. (B.I.T. online – Innovativ; Bd. 9). Wiesbaden. S. 13.

–  Stefi (Studieren mit elektronischen Fachinformationen). Vgl. URL: http://www.stefi.de/ (zuletzt besucht am 23.4.2007).

–  Universität Freiburg, Bibliothek. URL: http://www.unifr.ch/biblio/ind... (zuletzt besucht am 23.4.2007).

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Lilian Brändli

Informations- und Dokumentationsspezialistin FH Mediothek Gymnasium Leonhard Basel

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Les compétences dans la maîtrise de l’information, des médias et de la lecture sont considérées comme des compétences clés pour le succès dans la formation, tant scolaire que professionnelle, universitaire ou continue. L’étude Stefi (Studieren mit elektronischen Fachinformationen) de 2001 en trace un bilan objectif: la compétence informationnelle des étudiants est insuffisante et les étudiants ne s’y retrouvent pas dans l’offre d’information. L’année dernière, une étude a été élaborée comme test préliminaire; étude dans laquelle a été examinée la compétence en recherche dans une bibliothèque scientifique d’étudiants de filières sélectionnées. Les résultats de cette étude donnent des indications sur l’évolution des compétences en recherche des étudiants, qui s’est transformée positivement depuis l’étude Stefi. Les résultats les plus importants de cette enquête sont exposés et sont complétés par des propositions d’optimisation dont la mise en œuvre est possible pour les bibliothèques