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2007/2 New Library World – Was gibt es Neues in den schweizerischen Bibliotheken?

Die drei Hügel und ihre gut behüteten Schätze. Forschungsbibliothek des Zentrum Paul Klee in Bern

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Dass Paul Klee selbst leidenschaftlich gern gelesen hat, ist in seinen Tagebüchern und Briefen oft belegt. Dass er selbst auch Bibliotheken benutzt hat, geht besonders aus einem Brief an seine zukünftige Frau Lily, datiert vom 31. Januar 1906, hervor:

«...Das nächste Buch (...) wird für mich wohl Burckardt’s ‹Kultur der Renaissance› sein; ich krieg’s auf der Bibliothek – ganz grossartigen Stadtbibliothek, die beste in der Schweiz, dann ist noch eine schweizerische Centrale: Landesbibliothek, wo alles ist, was von Schweizern geschrieben oder in der Schweiz gedruckt ist (...)».

Seine eigene Bibliothek hat sich zumindest teilweise erhalten und soll zukünftig in den speziell dafür vorgesehenen Regalen im oberen Teil der Forschungsbibliothek des Zentrum Paul Klee in Bern aufbewahrt werden.

Zur Geschichte der Entwicklung des Bibliotheks- und Archivbestandes

Seit Beginn der 1970er Jahre sah sich die 1947 gegründete Klee-Stiftung nicht mehr nur als Hüterin einer Sammlung, sondern sie baute parallel dazu ein Künstlerarchiv auf und etablierte sich damit im Laufe der Jahre als weltweites Kompetenz- und Informationszentrum für Paul Klee. Die wissenschaftliche Bibliothek wurde parallel zum Archiv und zur Werk-Dokumentation über Klee angelegt und seitdem fortlaufend erweitert. Neben einer annähernd vollständigen Sammlung der Kataloge, die zu Klees Ausstellungen seit seinem ersten öffentlichen Auftreten im Jahr 1906 erschienen sind, verfügt die Bibliothek über einen umfangreichen Buchbestand, der sowohl die künstlerischen Aspekte des Œuvres behandelt, als auch Klees Schaffen in Vergleich zu seiner künstlerischen Epoche und seinen Zeitgenossen setzt.

Die gute Zusammenarbeit zwischen der Stiftung und Klees Sohn Felix hatte zur Folge, dass Klees Korrespondenz mit Künstlerinnen und Künstlern, Kunsthändlern und Sammlern in Form von Kopien für die wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung gestellt wurden. Eine umfassende Fotodokumentation zur Biografie Klees versammelt persönliche Fotos ebenso wie historische Aufnahmen von Freunden und Kollegen, von Klees Lebensorten und seinen Ausstellungen.

Die Sammlung der Originaldokumente umfasst die Manuskripte seiner Tagebücher, seinen vollständigen handschriftlichen Œuvrekatalog, ein Heft mit Gedichten und die Originalhandschrift seiner Bildnerischen Formenlehre. Darüber hinaus gehört der ca. 3000 Seiten umfassende Pädagogische Nachlass dazu. Dabei handelt es sich um Klees Aufzeichnungen, mit denen er seine Unterrichtsstunden am Bauhaus vorbereitete und dabei selbst über theoretische Fragen des bildnerischen Gestaltens Rechenschaft ablegte.

Zahlreiche Atelierutensilien haben sich ebenfalls erhalten, wie beispielsweise Farbtuben, Pinsel und Mischgefässe, die für die Erforschung von Klees Maltechniken wertvolle Aufschlüsse bieten. Sein Herbarium dokumentiert seine Auseinandersetzung mit der Natur.

Zusätzlich zur Sammlung der Originaldokumente wurden in den vergangenen Jahren weitere Teilarchive aufgebaut, die jeweils einen speziellen Aspekt von Paul Klees Leben, Werk oder auch Nachleben dokumentieren.

Ein Musikarchiv dokumentiert Klees intensives Verhältnis zur Musik sowie seine Rezeption in den Werken moderner Komponisten nach 1940. In der zugehörigen Datenbank sind rund 1130 Kompositionen erfasst, die Klee gehört oder als Geiger selbst gespielt hat. Die Sammlung der modernen Kompositionen umfasst derzeit etwa 250 Partituren und 170 Tonträger.

Im Aufbau befindet sich ein Medienarchiv, welches Radio-, Fernseh- und Filmbeiträge über Paul Klee sammelt. Bisher wurden rund 650 Sendungen in einer Datenbank erfasst und wichtige Sendungen in Kopie erworben. Filmdokumente, in denen Paul Klee selbst auftritt, sind leider nicht überliefert, jedoch reicht das Spektrum der posthumen Produktionen vom Zeichentrickfilm bis zur Reisedokumentation.

Eine Datenbank und ein Archiv der Schülerinnen und Schüler Klees bildet das Pendant zu Klees pädagogischem Nachlass. Dokumentiert werden hier – mit der grosszügigen Unterstützung anderer Facharchive – Korrespondenz und Fotos seiner Schüler sowie Aufzeichnungen und Mitschriften aus Klees Kursen am Bauhaus und an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Das Archiv von Klees Wirkungsgeschichte beschäftigt sich mit dem Nachleben und der Weiterverarbeitung seines Werkes in anderen Kontexten, beispielsweise in der Literatur, Werbung, der Gebrauchsgraphik oder im Produktdesign.

Die Architektur der wissenschaftlichen Bibliothek des Zentrum Paul Klee

Am 1. Januar 2005 ging die Paul Klee Stiftung mit ihrer gesamten Sammlung, ihrer Datenbank und ihrem Archiv in das Zentrum Paul Klee über, um dort im erweiterten Rahmen eines Kulturzentrums ihre Tätigkeit fortzusetzen. Am 20. Juni 2005 öffnete das Zentrum Paul Klee erstmals seine Tore für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt.

Um dem künstlerischen Anspruch Paul Klees gerecht zu werden, entschied man sich bei der Planung des Zentrum Paul Klee für einen multidisziplinären Ansatz. Jeder der drei Hügel hat eine eigene Aufgabe.

Der Hügel Nord bietet Raum für das Kindermuseum Creaviva, das Auditorium, Konferenzräume und Werkstätten. Der Hügel Mitte gehört der Sammlungspräsentation und den Wechselausstellungen, und der Hügel Süd der Forschung und Verwaltung.

Verbunden sind die drei Hügel mit einer rund 150 Meter langen Museumsstrasse, in der sich sowohl das Kaffee, der Shop als auch die Freihandbibliothek befinden. Die Museumsstrasse ist eine Flaniermeile, ein Ort der Bewegung und Begegnung. Die Freihandbibliothek bildet da keine Ausnahme. Sie ist im Hügel Süd zu finden und bietet dem interessierten Besucher die Möglichkeit der vertieften Auseinandersetzung mit den im Zentrum Paul Klee thematisierten Aspekten von Kunst und Kultur. Informationen stehen sowohl in gedruckter Form als auch virtuell via Computerterminals zur Verfügung.

Die eigentliche Forschungsbibliothek ist keine Bibliothek im konventionellen Sinne mit einem separaten Lesesaal, sondern ist Teil des Grossraumbüros. An der Rückwand des Büros ist eine grosse Bücherwand installiert. In ihrer Konstruktion erinnert sie an europäische grossherzogliche Bibliotheken des 18. Jahrhunderts, die geprägt sind von einer Zweiteilung in ihrer Struktur: in eine untere Bibliothek und eine Galerie. Jedoch ist in der Forschungsbibliothek Funktionalität der Hauptfokus hinter dieser Konstruktion, will man den Platz möglichst vollständig nutzbar machen.

In der Mitte der Galerie befinden sich UV-verglaste und abschliessbare Schränke, die im Moment die Korrespondenz (in Kopie) beherbergen. Zukünftig sollen diese Schränke die Originalbibliothek Paul Klees enthalten. Auf der linken Seite dieser Schränke sind der Auktionskatalogbestand, die unveröffentlichten Forschungsarbeiten sowie das Musikarchiv untergebracht. Auf der rechten Seite findet man die kleinen Schriften, den Zeitschriftenbestand sowie eine umfassende Sammlung von Ausstellungsrezensionen.

Der untere Teil der Bibliothek beherbergt die gedruckte Ausgabe des Catalogue raisonné, die allgemeinen Nachschlagewerke, Sammlungs- und Ausstellungskataloge sowie den grössten Teil der Bibliothek, der allgemeinen Sammlung zu Paul Klee, zu seinen Zeitgenossen und seiner Epoche.

Direkt vor der Bibliothek befindet sich ein klimakontrollierter Raum, die so genannte Graphikvorlage, welcher der Besichtigung von Originalgraphiken dient.

Jeweils auf der linken und rechten hinteren Seite des Büros befinden sich je drei Nischen, die den Besuchern der Bibliothek zur Verfügung stehen. Diese sind je mit einem Computer ausgerüstet, der Zugriff auf die Werkdatenbank erlaubt sowie auf Internet und textverarbeitende Programme.

Das Personal ist ebenso im hinteren Teil des Büros angesiedelt und steht mit fachlicher und wissenschaftlicher Auskunft den Benutzenden jederzeit zur Verfügung. Für die Benutzung der Bibliothek ist eine Voranmeldung erforderlich.

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Anja Ziegler

Bibliothekarin / Archivarin Zentrum Paul Klee Bern

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*Pflichtfeld

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Dall’inizio degli anni Settanta del XX.mo secolo la Fondazione Klee, istituita nel 1947, estese la sua funzione, che fino ad allora era stata unicamente quella di custode di una collezione, e si dotò di un archivio, di una documentazione sull’opera dell’artista e di una biblioteca scientifica, affermandosi così nel corso degli anni quale centro mondiale di competenze e d’informazione su Paul Klee. Il 1o gennaio 2005 la Fondazione Paul Klee si trasferì con la sua intera collezione, la sua banca dati ed il suo archivio nel Zentrum Paul Klee per continuare con lo svolgimento delle sue attività in un nuovo più ampio contesto, quello di un centro culturale. Fu il 20 giugno del 2005 che il Zentrum Paul Klee, contraddistinto dalle sue tre colline, aprì per la prima volta i battenti al pubblico. La collina sud, destinata alla ricerca ed ai servizi amministrativi, ospita pure la biblioteca di ricerca. Quest’ultima ricorda le biblioteche dei granducati europei del XVIII.mo secolo, con la tipica galleria sovrastante la sala. Per accedere alla biblioteca di ricerca è necessario preannunciarsi. Le tre colline del Zentrum Paul Klee sono collegate internamente dalla Museumsstrasse, una via accessibile al pubblico lunga circa 150 metri, la quale vuol essere un invito a passeggiare e ad incontrarsi («Ort der Bewegung und Begegnung») e dove tra l’altro il visitatore interessato trova la ben nutrita biblioteca a libero accesso, come pure delle postazioni multimediali con molti dati utili