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«Informationsmanagement – Informationskompetenz / Gestion de l’information et compétences en information»

2005 / 1
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2005 / 1 Inhaltsverzeichnis

Haben wissenschaftliche Bibliotheken Zukunft oder ist Google gar DIE Bibliothek der Zukunft?

Eine von vielen Fragen, mit der sich rund 250 Fachpersonen an der ETH-Veranstaltung «Informationsmanagement in Wissenschaft und Technik» auseinander setzten.

Eine abschliessende Antwort konnte nicht gegeben werden, umso mehr wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewusst, wie vielschichtig und komplex die Thematik ist.

Dies lässt sich auch auf Anhieb am interessanten Programm der Veranstaltung erkennen: Welche Erwartungen hat ein Wissenschaftler an seine Fachbibliothek? Welche Rolle spielen Bibliotheken in unserer Wissensgesellschaft – Orte der Begegnung als Gegenpol zur Vereinsamung in der weiten Welt des Internets oder eine Sammlung von abrufbarem digitalisiertem Fachwissen?

Ruedi Mumenthaler, Bereichsleiter Spezialsammlungen der ETH-Bibliothek, gibt uns eine ausführliche Zusammenfassung der Tagung und gestaltet somit den Kern des ersten Teils unseres Dossiers «Informationsmanagement – Informationskompetenz».

Innovationsprozesse

Dass Informationsmanagement nicht nur in Bibliotheken stattfindet, wissen alle, die sich täglich mit E-Mails oder der Suche

im WWW herumschlagen. Um der Ohnmacht gegenüber der Informationsflut entgegentreten zu können, ist Informationskompetenz auf allen Ebenen gefragt.

Der zweite Teil unseres Dossiers ist deshalb ganz diesem Thema gewidmet und gibt uns einen kleinen Vorgeschmack auf das, was an der SVD-ASD-Tagung unter dem Thema «Information Literacy» noch ausführlicher behandelt werden wird.

Jean-Philippe Accart lenkt den Fokus auf die Europäische Union und Carla Basili, Vorsteherin des European Network for Information Literacy EnIL, bringt die Thematik anschliessend in einem ausführlichen Artikel über die Projektarbeiten innerhalb der EU auf den Punkt.

Wer richtig sucht, der findet

Die Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg hat unter dem Stichwort «Benutzerschulung» ein eigenes Projekt zur Förderung der Informationskompetenz unter Studierenden entwickelt und kann damit erste Erfolge verzeichnen.

Aus Deutschland, wo die Thematik schon etwas länger als in der Schweiz diskutiert wird, erhalten wir einen Einblick in ein Projekt zur Förderung der Informationskompetenz durch Bibliotheken.

Wissen bereitstellen und nutzbar machen – auch Unternehmen werden sich in Zukunft vermehrt damit auseinander setzen müssen, denn Wissen ist ein wirtschaftliches Gut und somit ein Erfolgsfaktor. Bruno Bättig zeigt auf, was es für Unternehmen heisst, das richtige Wissen zur richtigen Zeit in der richtigen Form am richtigen Ort bereitzustellen.

Defokussierung

Das reichhaltige Themendossier hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es bietet vielmehr eine Momentaufnahme der aktuellen Entwicklungen und regt wie die anfänglich erwähnte ETH-Tagung zum Weiter- und Nachdenken an.

Das Dossier soll aber auch das Bewusstsein stärken, dass wir in der Bewältigung der Informationsflut als Institution wie auch als Privatperson nicht alleine gelassen sind. Wir können unsere Ideen austauschen und voneinander profitieren, indem wir Netzwerke schaffen, Synergien nutzen und Aktivitäten koordinieren.

Das Dossier ist deshalb redaktionell bewusst von allen drei Verbänden zusammengestellt worden. Im Namen der Redaktion möchte ich es an dieser Stelle nicht unterlassen, allen Mitwirkenden und insbesondere den Autorinnen und Autoren herzlich zu danken!

Vielleicht stehen wir in Zukunft der Bewältigung der persönlichen Informationsflut auch nicht mehr ganz so hilflos gegenüber, wenn wir uns bewusst sind, dass Informationsmanagement und Informationskompetenz Basiskompetenzen und somit Schlüsselqualifikationen für alle in der Informationsgesellschaft darstellen.

Wir können damit anfangen, indem wir als Erstes lernen, abzuschalten – auch eine Art Kompetenz. Sie verschafft uns Zeit und Konzentration – zwei höchst wertvolle Güter.

Nadja Böller

Kornhausstrasse 49

8037 Zürich

Tel.: 043 535 88 71

E-Mail: nadja.boeller@hispeed.ch